Existenzgründer sparen am falschen Ende

KfW-Bank: Zu wenig Kapital am Anfang führt zum schnellen Aus

Existenzgründer sparen am falschen Ende

Wer zu klein gründet und am Kapital spart, läuft Gefahr, die ersten drei Jahre nicht zu überstehen. Darauf macht die KfW-Bankengruppe aufmerksam und verweist gleichzeitig auf ihre Existenzgründerkredite.

2010 hätten 14 Prozent ihr Unternehmen ganz ohne Mitteleinsatz gegründet, so die KfW. Nach dem Ergebnis des aktuellen Gründungsmonitors 2011 nutzen 20 Prozent ihre vorhandenen Sachmittel wie Auto, Büro oder eigenen Computer. 66 Prozent bräuchten zwar Finanzmittel für Investitionen und Betriebsmittel. Allerdings versuchten die meisten, mit so wenig Geld wie möglich auszukommen. 44 Prozent der Gründer mit Finanzbedarf nähmen höchstens 5.000 Euro in die Hand, insgesamt 81 Prozent lägen unter der Mikrofinanzierungsgrenze von 25.000 Euro. „Mit dieser geringen Kapitalausstattung schon am Anfang bringen sich viele Gründer um ihre Marktchancen, weil sie am falschen Ende sparen“, betont KfW-Vertriebsdirektorin Rita Medler, „es ist wichtig, dass die Gründer gerade in der Anfangsphase in Ausstattung und gute Ausrüstung, aber auch in Marketing und Werbung investieren, um sich auf ihr Geschäft konzentrieren zu können und Absatzchancen zu nutzen.“

Besonders nützlich sei für Existenzgründer, dass aus dem StartGeld der KfW nicht nur Investitionen finanziert werden dürfen, sondern auch Betriebsmittel. Dazu gehörten auch Personalausgaben. Damit könnten Gründer eine längere Durststrecke überstehen.

Ein wachsender Teil der Gründer beherze diese Ratschläge und investiere auch zu Anfang höhere Summen ins eigene Unternehmen. Mehr als 30.000 Jungunternehmer förderte die KfW 2010 mit rund 3,9 Milliarden Euro das waren 5.000 Zusagen bzw. 300 Millionen Euro mehr als 2009.

Im Wachstum ist eine weitere Finanzierung wichtig

Doch laut aktuellem KfW-Gründungsmonitor klagten 2010 trotzdem 14 Prozent aller Gründer über Finanzierungsprobleme. Mehr als jeder vierte der Gründer mit Finanzierungsproblemen habe einen Bankkredit nicht erhalten. „Genau jetzt, wo die Wirtschaft brummt und die Gründungszahlen steigen, ist es besonders wichtig, dass die Gründer sich mit Kapital versorgen können“, sagt Medler. Unternehmer benötigten einen langen Atem und ein finanzielles Polster zur Überbrückung von Durststrecken. Deshalb sollten Gründer nicht zu knapp kalkulieren und auch die Chance nutzen, in der Anfangsphase nachzufinanzieren. Denn auch das sei im Rahmen der Gründungsfinanzierung mit der KfW möglich.dhz