"Mit jedem anderen Doktoranden wäre die Universität anders umgegangen" Ex-Uni-Vizepräsident nennt Debatte um Guttenberg "Treibjagd"

In der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg hat der frühere Vizepräsident der Universität Bayreuth, Walter Schmitt-Glaeser, den ehemaligen Bundesverteidigungsminister verteidigt und die Universität scharf kritisiert. In einem offenen Brief, der der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) vorliegt, bezeichnet der Staatsrechtler den Umgang mit Guttenberg wörtlich als "Treibjagd".

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Ex-Uni-Vizepräsident nennt Debatte um Guttenberg "Treibjagd"

München (dapd). In der Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg hat der frühere Vizepräsident der Universität Bayreuth, Walter Schmitt-Glaeser, den ehemaligen Bundesverteidigungsminister verteidigt und die Universität scharf kritisiert. In einem offenen Brief, der der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) vorliegt, bezeichnet der Staatsrechtler den Umgang mit Guttenberg wörtlich als "Treibjagd".

Schmitt-Glaeser sagte der Zeitung: "Mit jedem anderen Doktoranden wäre die Universität anders umgegangen." Es sei zwar richtig gewesen, dem CSU-Politiker den Doktortitel abzuerkennen. "Aber was jetzt passiert, ist eine einzige Treibjagd." Die Uni Bayreuth habe mit der angekündigten Veröffentlichung des Kommissionsberichts die Fürsorgepflicht für ihren ehemaligen Doktoranden massiv verletzt, kritisierte der Staatsrechtler.

Nach Ansicht Schmitt-Glaesers hätte die Universität nach Aberkennung des Doktortitels keine Berechtigung mehr gehabt, die Sache weiter zu verfolgen. Durch ihr Vorgehen habe sie "Herrn zu Guttenberg in seiner gesellschaftlichen Existenz schwer beschädigt".

dapd