Bevölkerungsentwicklung Eurokrise treibt Zuwanderer nach Deutschland

Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland ist im ersten Halbjahr 2012 erneut stark gestiegen. Vor allem aus EU-Ländern, die von der Finanz- und Schuldenkrise besonders schwer betroffen sind, kamen viele Einwanderer zu uns. Da die deutsche Wirtschaft unter Fachkräftemangel leidet, ist jetzt gute Integration gefragt. Unterstützung bei der Vermittlung bietet die Bundesagentur für Arbeit.

Die Zuwanderung nach Deutschland steigt, vor allem aus den krisengeplagten Ländern kommen die Menschen zu uns. - © Foto: Torsten Silz/dapd

Deutschland zieht Arbeitskräfte an, was dank der seit Mai 2011 geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit kein Problem mehr darstellt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zu den aktuellen Einwandererzahlen mitteilt, zogen von Januar bis Juni dieses Jahres 501.000 Personen nach Deutschland.

Das waren 66.000 oder 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011, meldet die Behörde unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse. Bereits im Jahr 2011 seien die Zahlen mit einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.

Wanderungssaldo mit Plus von 182.000 Menschen

Die meisten Zuwanderer stammten nach wie vor aus Polen (89.000). Auffällig war im ersten Halbjahr 2012 die starke Zunahme der Zuwanderung aus EU-Ländern, die von der Finanz- und Schuldenkrise besonders schwer betroffen sind, wie das Bundesamt weiter berichtete: Aus Griechenland kamen 78 Prozent mehr Einwanderer als im ersten Halbjahr 2011 (plus 6.900 Personen), aus Spanien 53 Prozent (plus 3.900 Personen) sowie aus Portugal ebenfalls 53 Prozent (plus 2.000 Personen).

Gleichzeitig zogen laut Destatis im ersten Halbjahr 2012 rund 318.000 Personen aus Deutschland fort (plus 6 Prozent). Damit ergab sich beim Wanderungssaldo ein Plus von 182.000 Menschen (plus 35 Prozent).

Doch gleichzeitig mit den Wanderungsbewegungen in Europa und der damit notwendigen Integration ergeben sich für die Länder noch andere Herausforderungen. Während die verschuldeten Länder unter hohen Arbeitslosenquoten leiden, nimmt hierzulande der Fachkräftemangel immer stärker zu.

Wie deutsche Betriebe profitieren

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit vermittelt deshalb immer mehr ausländische Fachkräfte an deutsche Betriebe. In Zukunft möchte sie verstärkt auch mit Handwerksbetrieben zusammenarbeiten. Wenn diese auf der Suche nach Azubis und Mitarbeitern sind, können sie von den Mitarbeitern der ZAV Unterstützung bekommen. Voraussetzung ist lediglich eine ausführliche Stellenbeschreibung, die die Betriebe auch mit den Beratern gemeinsam erarbeiten können.

Schon jetzt zeigen Handwerksbetriebe Interesse an dieser Zusammenarbeit wie der Dachdeckerbetrieb von Ralf Harrer in Neckartailfingen bei Stuttgart. Die ganze Geschichte dazu lesen Sie hier . jtw