Weg für Hilfskredit über zwölf Milliarden Euro ist frei Euro-Finanzminister retten Athen mit Milliarden-Zahlung vor Pleite

Griechenland entgeht dank einer weiteren Milliardenzahlung seiner Euro-Partner dem Bankrott. Die Finanzminister der Währungsunion gaben am Samstagabend eine zwölf Milliarden Euro umfassende Tranche des Rettungspakets frei. Die Auszahlung hatten sie von den drastischen Sparbeschlüssen abhängig gemacht, die in der zurückliegenden Woche das Parlament in Athen passierten.

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Euro-Finanzminister retten Athen mit Milliarden-Zahlung vor Pleite

Brüssel/Hamburg (dapd). Griechenland entgeht dank einer weiteren Milliardenzahlung seiner Euro-Partner dem Bankrott. Die Finanzminister der Währungsunion gaben am Samstagabend eine zwölf Milliarden Euro umfassende Tranche des Rettungspakets frei. Die Auszahlung hatten sie von den drastischen Sparbeschlüssen abhängig gemacht, die in der zurückliegenden Woche das Parlament in Athen passierten. Gelöst ist die griechischen Staatsschuldenkrise damit aber noch lange nicht. Eine Einigung über ein zweites Hilfspaket steht noch aus.

Sowohl Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) als auch sein griechischer Kollege Evangelos Venizelos forderten, die beschlossenen Kürzungen und Privatisierungen schnell umzusetzen. Beide Politiker erklärten, ein zweites Rettungspaket solle noch vor Auszahlung der nächsten Tranche im September beschlossen werden. "Die Arbeiten an einem notwendigen neuen Programm für Griechenland gehen mit Hochdruck weiter", sagte Schäuble. Die Bedingungen und das Ausmaß einer Beteiligung des Privatsektors sind aber noch offen, wie aus einer Mitteilung der Euro-Finanzminister hervorgeht.

Das derzeitige Rettungspaket umfasst 110 Milliarden Euro, es wird in mehreren Tranchen ausbezahlt. Die nun freigegebenen zwölf Milliarden Euro, die bis 15. Juli überwiesen werden sollen, sind bereits die fünfte Zahlung aus Brüssel nach Athen. Der Internationale Währungsfonds wird kommende Woche seinen Anteil an den Krediten aller Voraussicht nach ebenfalls freigeben. Das zweite Hilfspaket soll bis zu 120 Milliarden Euro umfassen.

Schäuble trifft Vorsorge für Staatsbankrott Griechenlands

Unterdessen berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dass sich die Bundesregierung trotz aller Hilfsbemühungen gegen einen möglichen Staatsbankrott Griechenlands wappnet. "Natürlich bereiten wir uns als verantwortungsvolle Regierung für den unwahrscheinlichen Fall vor, dass es entgegen allen Erwartungen doch zu einem Ausfall griechischer Zahlungen kommt", sagte Schäuble. "Dann werden wir dafür sorgen, dass es zu keiner unkontrollierten Entwicklung kommt."

Werde Griechenland zahlungsunfähig, könne es zu "respektgebietenden Auswirkungen" auf Banken, die Realwirtschaft und möglicherweise das Finanzsystem als Ganzes kommen, sagte der Bundesfinanzminister demnach.

dapd