EU-Kommissar Verheugen setzt Russland unter Druck EU verlangt Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen

Im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hat EU-Industriekommissar Günter Verheugen Moskau aufgefordert, seine Lieferverpflichtungen nach Europa zu erfüllen.

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EU verlangt Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen

Verheugen sagte im Deutschlandfunk, es sei nicht hinnehmbar, dass die Europäische Union Opfer eines Konflikts werde, an dem sie nicht beteiligt sei. Die Sorge vor einem dauerhaften Lieferstopp sei aber völlig unbegründet. Russland brauche die Einnahmen durch den Gasexport dringend. Trotzdem werde die EU weiter Druck auf beide Länder ausüben.

Bei den Gesprächen zum Gasstreit in Brüssel rechnet Verheugen mit einem Entgegenkommen beider Seiten. Die Bereitschaft zu Gesprächen und die Anerkennung der Vermittlerrolle der EU sei ein gutes Zeichen. Eine mögliche Lösung könne die Entsendung internationaler Beobachter zur Überwachung der Durchleitung sein. Darüber werde jetzt gesprochen. Eine abschließende Lösung erwartet Verheugen am Donnerstag aber nicht. Unter europäischer Vermittlung treffen in Brüssel Vertreter der russischen und ukrainischen Energieversorger sowie Politiker beider Länder zusammen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) forderte Russland und die Ukraine erneut eindringlich auf, ihren "elenden Streit" um das Gas zu beenden. "Dieses Theater muss jetzt rasch beendet werden", sagte Glos dem Nachrichtensender N 24. Er versicherte abermals, der deutsche Erdgasbedarf werde ungeachtet des gegenwärtigen russisch-ukrainischen Gasstreits gedeckt.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wies unterdessen auf die komfortable Ausstattung Deutschlands mit Erdgasspeichern hin. So seien in 46 unterirdischen Speichern rund 20 Milliarden Kubikmeter Gas gelagert. Das entspreche rund einem Viertel des deutschen Jahresverbrauchs.

ddp