Die Europäische Union will ihre Mitgliedsstaaten laut einem Zeitungsbericht bei Elektroautos zur Zusammenarbeit zwingen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will unterdessen den Elektroauto-Markt mit neuen Ideen beleben.
EU setzt Standards für Elektroautos
EU-Industriekommissar Antonio Tajani legt Ende April einen Plan vor, der umfassende Initiativen zu gemeinsamer Forschung, Kaufanreizen und technischen Standards vorsieht, berichtet die "Financial Times Deutschland". "Die europäische Autoindustrie kann nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie in sauberen und energieeffizienten Technologien die Führung übernimmt, heißt es darin.
Mit ihrem Vorstoß versuche die Kommission, den Rückstand zu den USA und China aufzuholen und nationale Alleingänge der Mitgliedsstaaten zu stoppen. Die EU-Kommission kündigt in ihrer Strategie unter anderem an, bis 2011 Standards für Ladestecker festzulegen. Auch Kaufanreize sollen europäisch abgestimmt werden. Darüber hinaus sollen noch in diesem Jahr Sicherheitsstandards bestimmt werden. Bis 2012 will die Kommission die Vorschriften zur Unfallsicherheit überarbeiten, weil Fußgänger die E-Autos schlechter hören.
Mit neuen Ideen will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Markt für Elektroautos in Deutschland beleben. "Natürlich kann man den Besitzern von Elektroautos gewisse Nutzervorteile verschaffen", sagte Raumsauer dem "Weser-Kurier". Denkbar sei etwa eine Erlaubnis, schnelle Bus- und Taxi-Spuren benutzen zu dürfen. Auch spezielle Parkplätze wären ein Nutzervorteil. Bereits jetzt seien Elektroautos fünf Jahre lang steuerbefreit.
Keine Anreiz-Prämie
Einer Anreiz-Prämie für den Kauf der "E-Autos" erteilte der Minister eine klare Absage. "Prämien werden doch vom Hersteller in das Produkt eingepreist." Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hatte Ramsauer aufgefordert, den Kauf der vergleichsweise teuren E-Autos mit einer Prämie von 5.000 Euro zu unterstützen. Auch aus der Automobilwirtschaft kam die Forderung nach einem finanziellen Anreiz.
ddp