Die EU-Kommission hat ihre Prognosen für die Konjunkturentwicklung im Euroraum für das laufende Jahr infolge der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise kräftig zurückgenommen.
EU senkt Wachstumsprognose für Euroraum
Wie aus dem aktuellen Zwischenbericht hervorgeht, wird für 2009 ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im gemeinsamen Währungsraum um 1,9 Prozent prognostiziert. Allerdings werde weiterhin mit einer wirtschaftlichen Erholung zum Jahresende gerechnet.
Damit revidierte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose aus dem Herbst. Darin wurde noch ein BIP-Anstieg um 0,1 Prozent vorhergesagt. Selbst in ihrem Risikoszenario vom November war die Kommission für 2009 lediglich von einem BIP-Rückgang um etwa ein Prozent ausgegangen.
Wegen der sich rapide verschlechterten Konjunkturlage im Euroraum hatte die Kommission den Veröffentlichungstermin des Zwischenberichts vorgezogen.
Der Euroraum war 2008 erstmals in seiner Geschichte in eine Rezession abgerutscht. Die Wirtschaft war im zweiten und dritten Quartal 2008 geschrumpft. Auch im vierten Jahresviertel dürfte einen BIP-Rückgang verzeichnet worden sein. Zahlen für das Schlussquartal liegen noch nicht vor. Die EU-Kommission erwartet für das vergangene Jahr nur noch ein leichtes Wachstum um 0,9 Prozent, nachdem sie in ihrer Herbstprognose noch einen BIP-Anstieg für 2008 von 1,2 Prozent prognostiziert hatte.
Zugleich geht die EU-Kommission von einer Erholung des Wachstums zum Jahresende 2009 aus. So dürften der Staatskonsum und die Konjunkturpakete der Regierungen stützend wirken. Zudem begünstige der weiter nachlassende Inflationsdruck den privaten Konsum. Für 2010 prognostiziert die Kommission in ihrem Zwischenbericht wieder einen BIP-Anstieg im Euroraum um 0,4 Prozent.
ddp