Autos werden leiser EU: Lärmgrenze für Autos beschlossen

Autos werden leiser. Das hat die EU-Kommission in Brüssel entschieden und eine Lärmobergrenze für Fahrzeuge beschlossen. Ob die Vorgaben für die Autoindustrie zu schaffen sind, bleibt offen.

Die Lärmgrenze von Autos darf künftig nur noch bei 68 Dezibel liegen. Das hat das EU-Parlament in Brüssel beschlossen. Die Herausforderungen der Autoindustrie sind groß, diese Vorgabe zu erfüllen. - © Foto: RioPatuca Images/fotolia

Entsprechende Vorgaben hat das Europaparlament in Brüssel nun endgültig verabschiedet. Mit der Lärmgrenze will die EU ihre Bürger vor gesundheitlichen Schäden durch Verkehrslärm schützen. Die Autoindustrie ist gefordert, denn laut Parlament sollen Durchschnittsautos bis zum Jahr 2024 nicht mehr lauter als 68 Dezibel (dB) sein. Heute sind es 74 dB. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch spielt sich bei etwa 55 dB ab, ein Presslufthammer kann etwa 90 Dezibel an Krach erzeugen. Kunden sollen sich zudem künftig schon beim Autokauf über die Lautstärke ihres Gefährts informieren können.

Die Autoindustrie ist gefordert. Allerdings seien die festgelegten Grenzwerte so justiert, dass sie die Entwicklungszeiträume für neue Fahrzeuggenerationen berücksichtigen, heißt es beim Verband der Automobilindustrie (VdA). Nach dessen Ansicht wird die Regulierung den Autobauern viel abverlangen, der  Bogen aber nicht überspannt, da die Grenzwerte für die unterschiedlichen Fahrzeugklassen vom PKW bis hin zum Nutzfahrzeug individuell bestimmt werden.

Forschung an akustischen Warnsystemen

Sorgen bereiten den EU-Abgeordneten indes sehr leise Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Damit Fußgänger und Radfahrer die Fahrzeuge besser hören, sollen akustische Warnsysteme für neue Modelle ab Juli 2019 zur Pflicht werden, für Neuwagen ab 2021. Auch hier sind die Herausforderungen für die Automobilindustrie groß.

Nach Informationen des VdA arbeiten derzeit Experten und Organisationen aus Europa, Japan und den USA an einer weltweit gültigen konkreten Regelung für akustische Warnsysteme für Elektroautos. Die Autohersteller sowie Umwelt- und Blindenorganisationen bringen hier ihre Vorschläge mit ein.

Sensorbasierte Systeme

Ansätze, um dieser Herausforderung zu begegnen, seien vorhanden, wie der VdA erläutert.  „Die möglichen Lösungen sind vielfältig und gehen bis hin zu sensorbasierten Systemen zur Situationserfassung und zu automatischen Bremseingriffen zur Unfallvermeidung“, sagt ein Specher des Verbands.

Der Verband betont abschließend, dass Lösungen eingesetzt werden sollten, die sich kurzfristig umsetzen lassen, da die Einführung einer Serienproduktion von Elektrofahrzeugen unmittelbar bevorstehe. cle