Eine Konsolidierung der deutschen Heringsfangquote für 2012 hat der EU-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU) aus Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Zwar seien Managementpläne für den Ostseehering sinnvoll, sagte Kuhn am Mittwoch in Brüssel der Nachrichtenagentur dapd.
EU-Abgeordneter Kuhn fordert Konsolidierung der Heringsquote
Brüssel (dapd-lmv). Eine Konsolidierung der deutschen Heringsfangquote für 2012 hat der EU-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU) aus Mecklenburg-Vorpommern gefordert. Zwar seien Managementpläne für den Ostseehering sinnvoll, sagte Kuhn am Mittwoch in Brüssel der Nachrichtenagentur dapd. Doch gehe die Argumentation der EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki, die Fangmenge ohne verlässliche Daten der Bestände um ein Viertel zu kürzen, nicht auf.
Der Ostseehering sei bis zur letzten Quappe durch das Thünen-Institut für Ostseefischerei Rostock analysiert worden, verlässliche Daten lägen also vor, sagte der Parlamentarier, der Mitglied im EU-Fischereiausschuss ist. Eine weitere Quotenkürzung um 25 Prozent würde die ostdeutsche Küstenfischerei vernichten.
Bei der geplanten neuen Beifangregelung begrüßte Kuhn grundsätzlich, dass der Beifang als wichtiger Eiweißträger verwertet und nicht zurück ins Meer geworfen werde oder an der Kaikante verderbe. "Aber ich bin strikt dagegen, wenn er auf die Quote angerechnet wird." Bis 2014 müsse daher ein System für die Verwertung gefunden werden.
Kuhn wandte sich auch gegen Pläne der Kommissarin, den Handel mit Fanglizenzen zu erweitern: "Ich will nicht in fünf Jahren von einem spanischen Kutter in Freest Ostseehering kaufen. Doch ein Quotentausch auf nationaler Ebene muss möglich bleiben."
Die doppelte Reglementierung der Fischer - einerseits Quotenfestlegung, andererseits Beschränkung des Fangs auf bestimmte sogenannte Seetage - bezeichnete Kuhn als Überregulierung. Die Fischer müssen ihre Quote auf das ganze Jahr hinweg verteilen dürfen und auch im Herbst Restaurants mit Hering beliefern können.
Scharf kritisiert er den Vorwurf der Fischereiüberkapazitäten. Für Deutschland treffe das nicht zu, sagte Kuhn. "Wir haben mittlerweile nur noch drei Prozent der europäischen Fischereiflotte und nur neun Prozent der Quote." Die Fischereiflotte sei bereits in den 70er Jahren im Westen Deutschlands und in den 90er Jahren im Osten abgewrackt worden.
dapd
