Fast eine Milliarde Euro investieren Deutsche monatlich per Sparplan in ETFs. Starten kann man damit jederzeit. Welche Kennzahlen bei der richtigen Auswahl helfen und welche konkreten Indizes und Produkte sich für den Einstieg besonders gut eignen.

In den vergangenen Jahren haben Exchange Traded Funds (ETFs) hierzulande deutlich an Beliebtheit gewonnen. Im Oktober 2025 wurden laut einer Auswertung von extraETF 5,4 Millionen Sparpläne auf passive Anlagevehikel ausgeführt. Die durchschnittliche Sparplanrate lag bei 177,30 Euro, womit allein in diesem Monat über ETF-Sparpläne insgesamt über 959 Millionen Euro investiert wurden.
Bevor man zum ersten Mal in einen ETF investiert, sollte man sich vorab, ein paar Gedanken machen. So kann sich ein Blick auf den Tracking Error lohnen. Er gibt an, wie genau ein ETF den zugrundeliegenden Index abbildet. Wer möchte, kann die Kosten vergleichen; in der Regel sind die Unterschiede aber sehr gering. Wichtiger ist der Blick auf das Volumen. Ein ETF sollte ein Mindestvolumen von 50 Millionen Euro haben. Ist das Volumen deutlich geringer, dann besteht die Gefahr, dass er irgendwann geschlossen wird. Außerdem kann es bei geringer Liquidität beim Verkauf zu einer hohen Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, dem sogenannten Spread, kommen. Das geht zu Lasten der Rendite.
Wichtig ist für manche Anleger auch der Blick auf die Art der Replikation. Synthetische ETFs kaufen die Entwicklung des zugrundeliegenden Index über einen Swap oder ein Tauschgeschäft ein. Damit besteht ein Gegenparteienrisiko und es können bei solchen ETFs ganz andere Aktien enthalten sein als jene, die im Index sind. Wer genau die Aktien aus dem Index haben möchte, sollte einen physisch replizierenden ETF wählen. Zudem ist zwischen der thesaurierenden und ausschüttenden Variante zu unterscheiden. Wer laufende Erträge braucht, wählt einen ausschüttenden ETF. Wer langfristig spart, sollte die thesaurierende Variante bevorzugen, da man dann vom Zinseszinseffekt profitiert.
Wichtigster Punkt für Neueinsteiger: breit gestreuter Aktienindex
Der wichtigste Punkt aber ist der genaue Blick auf den Index, den ein ETF abbildet. Als Neueinsteiger bietet sich – als Basisinvestment – ein möglichst breit gestreuter Aktienindex an. Beispiele dafür sind der MSCI World, der die nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen aus den Industriestaaten enthält, sowie als Alternative der MSCI All Country World oder der FTSE All-World, die jeweils auch die Schwellenländer mit berücksichtigen. Hier einige Beispiele für ETFs auf diese Indizes:
| Amundi MSCI World | LU1681043599 |
| Amundi MSCI All Country World | LU1829220216 |
| HSBC MSCI World | IE00B4X9L533 |
| Invesco FTSE All-World | IE000716YHJ7 |
| iShares Core MSCI World | IE00B4L5Y983 |
| SPDR MSCI ACWI | IE00B44Z5B48 |
| UBS MSCI World SRI | LU0629459743 |
| Vanguard FTSE All-World | IE00B3RBWM25 |
| Xtrackers MSCI World | IE00BJ0KDQ92 |
Unabhängiger werden vom US-Markt
Bedenken müssen Anleger aber, dass die genannten Indizes einen hohen US-Anteil haben. Im MSCI World kommen US-Aktien auf über 70 Prozent, beim FTSE All-World sind es rund 60 Prozent. Diese starke US‑Dominanz hat sich in den vergangenen Jahren eher verstärkt.
Wem das zu viel ist, kann mit ETFs einige andere Märkte mit hinzuzunehmen, um die Abhängigkeit vom US-Aktienmarkt und vom US-Dollar zu reduzieren. Eine Idee kann zum Beispiel die zusätzliche Beimischung des europäischen oder des deutschen Aktienmarktes sowie von Nebenwerten sein. Die Möglichkeit dazu bieten beispielsweise folgende ETFs:
| Amundi Stoxx Europe 600 | LU0908500753 |
| Deka Dax UCITS ETF | DE000ETFL011 |
| Deka MDax UCITS ETF | DE000ETFL441 |
| Invesco Russell 2000 (US-Nebenwerte) | IE00B60SX402 |
| iShares MSCI World Small Cap | IE00BF4RFH31 |
| SPDR Russell 2000 US Small Caps | IE00BJ38QD84 |
| Xtrackers Stoxx Europe 600 | LU2581375156 |
Auf diese Weise lässt sich ein gut diversifiziertes Aktienportfolio aufbauen.