Pflicht für Neuwagen ESP: Stabilisierungshilfe im Auto wird Pflicht

Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) wird für alle Neuwagen EU-weit Pflicht. Für das "Auf Spur bleiben" soll ab November aber auch noch ein anderes System sorgen.

Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) werden ab November in allen Neuwagen Pflicht. Zusammen mit dem ESP soll das Autofahren sicherer gemacht werden. - © Foto: Colourbox.de

Einsteigen, anschnallen. Was heute selbstverständlich ist, musste 1976 per Gesetz eingeführt werden. Damals war die Gurtpflicht noch straffrei. Erst als 1984 ein Bußgeld eingeführt wurde, zeigte sich ein Effekt. Seitdem sind die tödlichen Unfälle kontinuierlich zurückgegangen. Jetzt hilft der Gesetzgeber erneut nach. In der EU müssen Neuwagen vom 1. November an mit Systemen ausgestattet werden, die unter anderem verhindern, dass das Auto aus der Spur gerät und die den Reifendruck kontrollieren.

ESP und RDKS werden Pflicht

Neuwagen, die zum 1. November zugelassen werden, müssen einerseits das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), andererseits das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) vorweisen.

Das RDKS misst den Druck der Reifen und warnt zum Beispiel, wenn eines der Räder Luft verliert. Es gibt entweder Sensoren am Reifen oder indirekte Systeme, die eine Veränderung anhand der Umdrehungen feststellen. Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) bremst bei schnellen Lenkbewegungen, zum Beispiel in einem Ausweichmanöver, einzelne Räder ab. Damit soll verhindert werden, dass das Fahrzeug ausbricht.

Nur für Neuzulassungen

Laut einem Sprecher der Dekra ist das ESP nach Gurt und Anti-Blockier-System (ABS) der Lebensretter im Auto. Bricht ein Fahrzeug aus, merkt der Fahrer das in der Regel nicht oder zu spät, wenn er die Kontrolle verloren hat. Einer der Hersteller, Bosch, rechnet vor, dass seit der Markteinführung von ESP 1995 europaweit etwa 190.000 Unfälle vermieden und mehr als 6.000 Leben gerettet wurden. Die Reifendruckkontrolle verhindert, dass ein Schaden am Reifen nicht bemerkt wird und er unter Umständen bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn platzt.

Die neuen Regelungen gelten allerdings nur für Autos, die zum ersten Mal zugelassen werden. Auch bereits zugelassene Autos, die umgemeldet werden, müssen die Systeme nicht vorweisen. Die meisten Neuwagen verfügen übrigens schon seit Jahren über die Technologien. Volkswagen beispielsweise rüstet seit zwei Jahren alle Neuwagen serienmäßig mit ESP aus. Die Reifendruckkontrolle ist seit Mitte 2014 bei VW-Neuwagen inklusive.

"Schlingen" vermeiden

Für die EU gibt es Gründe zur Einführung der Pflicht. "Diese neuen Vorschriften werden Fahrzeuge viel sicherer machen", so ein Sprecher der EU-Kommission. So sei "Schlingern" die Hauptursache für 40 Prozent aller tödlichen Unfälle. Sowohl eine Stabilitätskontrolle als auch die Reifendruckkontrolle würden helfen, Schlingern zu vermeiden und Leben zu retten.

In Ländern wie den USA oder Kanada ist ESP bereits seit 2011 für Auto vorgeschrieben. Das gleiche gilt für Australien und Israel. Geplant sind entsprechende Regelungen für Japan, Korea, Russland und die Türkei. dhz/dpa