Banken brauchen frisches Geld

Es klemmt am Eigenkapital
Ein Gespenst geht um in der Wirtschaft: Die Kreditklemme bedroht die gerade erst eingeleitete Erholung. Bisher spricht die Statistik zur Kreditvergabe der Banken gegen das Vorliegen einer solchen Klemme und dass vereinzelt Unternehmer über die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Banken klagen, ist normal. Aber wann wird es ein Massenphänomen? Können wir so lange warten?
Aus regulatorischen und betriebswirtschaftlichen Gründen benötigen Banken einen ausreichenden Risikopuffer in Form von Eigenkapital. In der Krise aber haben einige Banken viel Eigenkapital verloren und zeitgleich steigt das Risiko ihrer Geschäfte. Abhilfe kann nur ein Mehr an Eigenkapital oder ein Weniger an Risiko schaffen. Eigenkapital ist in der Krise aber schwer zu beschaffen, bleibt also nur weniger Risiko, damit weniger Geschäft und eine Kreditklemme. Tückisch ist, dass man nur wenig gegen sie tun kann.
Schon jetzt liegt der Zins, mit dem sich Banken refinanzieren können, bei nur einem Prozent. Auch kann der Staat Banken bei der Kreditvergabe nicht übergehen, ansonsten müsste er flächendeckend deren Kreditwürdigkeitsprüfung ersetzen können. Ebenso wenig sollte er Banken zwingen, ungeachtet ihrer Kreditwürdigkeitsprüfung, ihrerseits mehr Kredit zu vergeben. Im ersten Fall würde der Staat Steuergelder unmittelbar verschwenden, im zweiten Fall dann, wenn die betroffenen Banken wieder in Schwierigkeiten gerieten. Ein weiterer Lösungsansatz ist die Verbriefung von Bankkrediten, durch die neue Kredite rasch aus Bankbilanzen verschwinden. Waren es aber nicht gerade Fehler im Verbriefungsmarkt, die wesentlich zur Finanzkrise beigetragen haben? Was bleibt, ist, immer wieder, mehr Bankeneigenkapital.