FDP lehnt Wiedereinführung von Grenzkontrollen ab "Es ist besser, eine politische Lösung mit Italien zu suchen"

Im Streit über die Flüchtlinge aus Nordafrika lehnt der FDP-Innen- und -Rechtsexperte Hartfrid Wolff die Wiedereinführung von Grenzkontrollen ab. "Ich halte nichts davon, mit Grenzkontrollen zu drohen. Das hätte deutlich mehr Auswirkungen auf das grenzfreie Schengen-System als die aktuelle Bekämpfung illegaler Migration", sagte Wolff der Zeitung "Die Welt".

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"Es ist besser, eine politische Lösung mit Italien zu suchen"

Berlin (dapd). Im Streit über die Flüchtlinge aus Nordafrika lehnt der FDP-Innen- und -Rechtsexperte Hartfrid Wolff die Wiedereinführung von Grenzkontrollen ab. "Ich halte nichts davon, mit Grenzkontrollen zu drohen. Das hätte deutlich mehr Auswirkungen auf das grenzfreie Schengen-System als die aktuelle Bekämpfung illegaler Migration. Es ist besser, eine politische Lösung mit Italien zu suchen", sagte Wolff der Zeitung "Die Welt". Damit distanzierte er sich von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU), die Grenzkontrollen in Erwägung ziehen. "Wir haben innerhalb Europas und des Schengen-Raumes Reisefreiheit und Freizügigkeitsregelungen, die beachtet werden müssen und von denen gerade Deutschland profitiert", sagte Wolff.

Deutschland sollte an einem nachhaltigen Gesamtkonzept der EU für die Aufnahme von Flüchtlingen mitarbeiten. "Da ist es nicht hilfreich, über Grenzabschottungen nachzudenken. Denn die EU ist eine Gemeinschaft der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts", sagte Wolff. Deutschland sollte sich zugleich deutlich intensiver darum bemühen, mit den nordafrikanischen Staaten stärker zu kooperieren.

dapd