Betriebe skeptisch bei Konjunkturpaketen Erwartungen im Handwerk deutlich verschlechtert

Die konjunkturelle Lage im Handwerk ist nach einer Umfrage des Verbandes der Vereine Creditreform (Creditreform) bei Umsätzen, Personal und Geschäftslage rückläufig. Die Erwartungen der Unternehmer haben sich sogar deutlich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert.

Erwartungen im Handwerk deutlich verschlechtert

Demnach sei im Vergleich zum Vorjahr die Einschätzung der Geschäftslage mit sehr gut und gut um zehn Prozentpunkte gesunken. Nur noch jeder dritte befragte Handwerker bewertet seine Geschäftslage als positiv. Im Jahr 2008 waren es noch 40,8 Prozent. Trotz der negativen Stimmung, betonte Rödl, sei die Lage im Handwerk immer noch besser als in anderen Wirtschaftsbereichen. Außerdem würden Handwerksunternehmer bei Umfragen eher vorsichtig und defensiv antworten. In früheren Jahren habe sich herausgestellt, dass die Misere immer nie so gravierend ausgefallen sei, wie vorher prophezeit.

Dennoch erreichen die Erwartungen, was Erträge, Personal und Umsätze angeht, zum Teil ähnlich niedrige Werte wie im Jahr 2003. Der Saldo für eine steigende bzw. sinkende Ertragslage etwa liegt bei -30,1 (2008: 0,4, 2003: -41). Außerdem plane jeder Fünfte Entlassungen.

Etwas besser steht es um die Investitionsbereitschaft. Fast jeder Zweite (48,2 Prozent) will in diesem jahr investieren, 5,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Rödl führt dieses Verhalten auf die gute Substanz der Betriebe zurück. In den vergangenen Jahren hätten die Unternehmen sich den Anforderungen der Märkte angepasst. Der deutsche Mittelstand sei damit besser aufgestellt als in Frankreich und Groß Britannien. Allerdings berichtet jeder dritte Betrieb (36 Prozent) davon, dass es schwieriger geworden sei, einen Kredit zu erhalten.

Auch was die Wirkungen der Konjunkturpakete angeht, sind die Handwerker eher skeptisch. Drei Viertel der Betriebe (76,1 Prozent) rechnen nicht damit, dass die Maßnahmen die Rezession verhindern können. Als vorteilhaft betrachten 23,6 Prozent der Befragten jedoch die neuen Regeln zur degressiven Abschreibung und Sonderabschreibungen. Ebenso finden 21,8 Prozent die bessere Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen gut. Die Betriebe des Ausbauhandwerks beurteilen mit 20 Prozent das CO2-Programm zur Gebäudesanierung positiv.

fm