Erstes Lehrjahr: Waterloo für den General
Nein, wir wollen uns um Himmels willen an dieser Stelle nicht auf Hans Meyer einschießen, schließlich ist der alternde Fußballlehrer mit seiner Herkulesaufgabe, die unübersichtliche Ansammlung von Fußballspielern unter dem Überbegriff Borussia Mönchengladbach vor dem Abstieg aus der Bundesliga zu bewahren, doch schon genug gestraft.
Im Gegensatz zur Vorwoche, wo wir Meyer für seine antiquiert anmutende Defensivtaktik gegen Stuttgart ein wenig foppten, soll dem Coach diesmal eher aufrichtiges Mitgefühl zuteil werden. Fachlich gehört Meyer nämlich keineswegs zum alten Eisen, sonst hätte er es wohl kaum geschafft, mit seiner nicht eingespielten Elf den Tabellenführer Hoffenheim an den Rand einer Niederlage zu bringen.
Es sah bis zur 90. Minute so aus, als hätte sich in Gladbach endlich eine schlagkräftige Mannschaft herausgebildet – nachdem Meyer und Vorgänger Luhukay es in dieser Saison schon mit 31 verschiedenen Profis versucht hatten.
Doch dann kam Wellington und bereitete dem "General" ein grausames Waterloo. Mit französisch-britischer Geschichte hatte das jedoch wenig zu tun, bei Wellington handelt es sich um einen brasilianischen Ersatzstürmer der Hoffenheimer und mit dem General ist mitnichten Napoleon gemeint, den Meyer übrigens bereits jetzt um 14 Jahre an Lebenserfahrung übertrifft. Zurück zu unserem tragischen Helden: Beim 1:1-Ausgleichstreffer stand Wellington nämlich zu allem Überfluss im Abseits, was Meyer beim Anblick der Fernsehbilder fast um den Verstand gebracht hätte. Man möchte dem leidgeprüften Coach ein paar Urlaubstage wünschen. St. Helena soll um diese Jahreszeit besonders schön sein.
stga