Expertenkommission für Großprojekte "Erst planen und kalkulieren, dann bauen!"

Ob Stuttgart 21 oder der neue Berliner Flughafen – deutsche Großprojekte haben in den vergangenen Monaten für mehr Zoff gesorgt als etwas zum Bauboom beigetragen. Bundesbauminister Ramsauer setzt deshalb eine neue Expertenkommission für Großprojekte ein.

Die Baustelle des Flughafens Berlin-Brandenburg Willy Brandt (BER) sorgt noch immer für Ärger. Bauminister Ramsauer hat deshalb eine neue Expertenkommission für Großprojekte ins Leben gerufen. - © Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

Unter dem Motto "Erst planen und kalkulieren, dann bauen!" hat Bundesbauminister Peter Ramsauer nun eine neue Expertenkommission  beauftragt, die Ursachen für ausufernde Baukosten und Terminschwierigkeiten bei deutschen Großprojekten wie Stuttgart 21 oder dem Berliner Flughafenbau BER herausfinden.

Ramsauer teilte am Montag in Berlin mit, er wolle für alle staatlichen Ebenen und die Privatwirtschaft analysieren lassen, welche grundsätzlichen Ursachen diesen Problemen zugrunde liegen. Die Kommission soll zum ersten Mal im April tagen.

Von der Idee bis zur Inbetriebnahme

"Bürger zweifeln zunehmend die Fähigkeit von Politik und Wirtschaft an, Großprojekte erfolgreich durchzuführen", sagte Ramsauer. "Hinzu kommt der Ärger über offensichtlich zu niedrig kalkulierte Baukosten." Die Kommission werde sich mit dem gesamten Bauprozess von Großprojekten befassen – von der ersten Projektidee bis zur Inbetriebnahme.

Die Kommission soll ihr Fachwissen in einem "Handbuch Großprojekte" bündeln. Es wird als Handlungsempfehlung den Beteiligten an Großprojekten zur Verfügung gestellt. Besetzt werden soll die Kommission mit "hochkarätigen Experten aus der Praxis und Spitzenkräften der Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden". Die Arbeit der Experten soll nicht mit der Bundestagswahl enden. Sie sollen zwei Jahre lang arbeiten. dhz/dapd