Steuertipp Erlass von Säumniszuschlägen: Urteil erleichtert Antrag

Sind Sie ein Steuerzahler, der in der Regel pünktlich ans Finanzamt überweist und nur ein paar Mal zu spät bezahlt hat? Dann können Sie bei Festsetzung von Säumniszuschlägen einen Antrag auf Erlass stellen. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Hamburg hilft Ihnen dabei.

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Versäumen Sie es, eine Steuerzahlung ans Finanzamt pünktlich zu überweisen, werden grundsätzlich für jeden angefangenen Monat Säumniszuschläge von einem Prozent der Zahlung fällig. Bei nur einer Säumnis von bis zu drei Tagen, verzichtet das Finanzamt auf die hohen Säumniszuschläge (§ 240 Abs. 3 Abgabenordnung; sog. Schonfrist).

So argumentieren Sie bei einer verspäteten Zahlung

Haben Sie es tatsächlich verschlafen, pünktlich ans Finanzamt zu überweisen und das Finanzamt setzt einen Säumniszuschlag fest, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Beantragen Sie den Erlass der festgesetzten Säumniszuschläge nach § 227 Abgabenordnung.
  • Begründen Sie den Antrag damit, dass Sie eigentlich ein pünktlicher Steuerzahler sind und die verspätete Zahlung ein Ausrutscher war.
  • Liefern Sie dem Finanzamt eine plausible Begründung für die verspätete Überweisung.
  • Weisen Sie auf ein aktuelles Urteil hin, in dem die Richter klargestellt haben, dass bei grundsätzlich pünktlichen Steuerzahlern ein Erlass von Säumniszuschlägen ausnahmsweise in Betracht kommt (FG Hamburg, Urteil v. 4.8.2021, Az. 4 K 11/20).

Steuertipp: Damit es gar nicht zu einer verspäteten Zahlung ans Finanzamt kommt, sollten Sie Steuern vom Finanzamt stets abbuchen lassen. Das erspart viel Ärger und Bürokratie. dhz