Erholung im Handwerk setzt sich fort

Die Handwerkskonjunktur setzte laut dem DHZ-Konjunkturspiegel im dritten Quartal 2010 ihren Erholungskurs fort, wenngleich die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung nicht mehr so dynamisch verlief wie in den Monaten zuvor, da mittlerweile die witterungsbedingten Nachholeffekte weitgehend abgeklungen sind.

Die Erholung im Handwerk setzt sich laut dem aktuellen DHZ-Konjunkturspiegel fort. Die Auslastung der Betriebe ist gestiegen. Foto: dapd

Erholung im Handwerk setzt sich fort

Insgesamt hat sich aber die Stimmung in den Betrieben weiter verbessert. So stieg der Geschäftsklimaindex im Quartalsverlauf von 81 auf zuletzt 86 Punkte und hat damit die vergleichbare Vorjahresmarke (75 Punkte) wieder deutlich übertroffen.

Die Beschäftigung nahm während der Sommermonate weiter zu, nachdem die Betriebe bereits im Zuge der Frühjahrsbelebung ihre Belegschaft aufgestockt haben. Dabei meldeten nahezu alle Handwerksbranchen eine Personalausweitung, die sowohl saisonale als auch konjunkturelle Gründe hatte. Einige Gewerke hatten bereits erhebliche Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. So scheiterte insbesondere im Ausbauhandwerk ein stärkerer Personalzuwachs am fehlenden Fachkräfteangebot. Ende September 2010 lag das Beschäftigungsniveau im deutschen Handwerk annähernd so hoch wie vor einem Jahr.

Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung ist im dritten Quartal gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr von 76 auf 79 Prozent gestiegen. Diese vergleichsweise kräftige Erhöhung war nicht nur saisonbedingt, sondern auch auf die anhaltende Konjunkturerholung zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahresniveau (75 Prozent) hat sich der positive Abstand weiter vergrößert, was die Überwindung der letztjährigen Rezession bestätigt.

Die Nachfrage nach handwerklichen Produkten und Dienstleistungen blieb im Berichtszeitraum aufwärtsgerichtet. Eine deutliche Auftragsbelebung verzeichnete vor allem das Baugewerbe. Bei den Zulieferern nahmen die Bestellungen gleichfalls spürbar zu und scheinen damit schneller aus der Konjunkturkrise zu kommen, als ursprünglich erwartet. Die meisten verbrauchernahen Branchen registrierten eine gesteigerte Kundennachfrage; hier dürfte sich das deutlich aufgehellte Konsumklima ausgewirkt haben. Zum Quartalsende verfügte das Gesamthandwerk über eine Orderreichweite von rund 1,5 Monaten (Vorjahr: 1,4 Monate).

Die Umsätze blieben – im Vorjahresvergleich – auf Wachstumskurs. Getragen wurde die positive Entwicklung hauptsächlich vom Bauhaupt- und insbesondere vom Ausbaugewerbe. Die Zulieferer haben das extrem niedrige Vorjahresniveau ebenfalls klar übertroffen. Gleichzeitig dürften die Umsatzverluste im Kraftfahrzeughandwerk etwas geringer ausgefallen sein. Alles in allem konnte das Handwerk den bisherigen Umsatzrückstand gegenüber dem Vorjahr weiter verkürzen.

Die Investitionstätigkeit der Handwerksbetriebe gewann in den letzten Monaten merklich an Schwung. Das verbesserte konjunkturelle Umfeld, die außerordentlich niedrigen Zinsen und schließlich erste Vorzieheffekte wegen der zum Jahresende auslaufenden degressiven Abschreibung sind hierfür als wesentliche Gründe zu nennen.

dhz