Die Kosten für die Versendung von Briefen sind in den letzten zwei Jahren um jeweils zwei Cent gestiegen. Nun will die Bundesregierung das Verfahren zur Festlegung der Preise ändern. Weitere Erhöhungen könnten die Folge sein.
Wer in seinem Betrieb Rechnungen und Kostenvoranschläge per Post versendet, muss sich möglicherweise erneut auf steigende Preise einstellen. Die Berechnung der Portokosten soll nach dem Willen der Bundesregierung an die Gewinne der europäischen Post-Konkurrenten angepasst werden. Laut Deutsche Post-Vorstand Jürgen Gerdes ist es jedoch noch offen, ob das tatsächlich der Fall sein wird.
Kostensteigerung wahrscheinlich
Das Briefporto berechnet sich derzeit aus den Beförderungskosten des Briefs und eines von der Inflation abhängigen Gewinnaufschlags. Dieser Aufschlag ist bei Post-Konkurrenten im europäischen Ausland um ein vielfaches höher. Sollte der Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums beschlossen werden, wird die Anpassung an die ausländischen Gewinnmargen daher wohl Preiserhöhungen nach sich ziehen. In dem Entwurf heißt es gar wörtlich: "Mittelfristig sind moderate Preiserhöhungen im Briefbereich bei größeren Kundengruppen zu erwarten."
Nach Ansicht der Deutschen Post ist die Idee, sich an den EU-Konkurrenten zu orientieren ein "sinnvoller Vorschlag", da sich der Wettbewerb immer weiter verschärfe und das Gesamtvolumen der Briefsendungen immer mehr abnehme. Kritik kommt dagegen vom Verband der Post-Konkurrenten. Durch einen wahrscheinlichen Anstieg der Portokosten werde die Position der Deutschen Post gestärkt. Ein Sprecher sagte, das sei "Gift für den Wettbewerb" .
Die Deutsche Post werde die neuen Preise erst im Herbst bei der Bundesnetzagentur beantragen. Ob es sich dabei um eine Erhöhung erhandeln wird, liege in der Entscheidung des Gesetzgebers, so Gerdes. dpa / jr
