Die Energiewende und die beschlossene Reform des EEG haben es in sich. Damit die Energiewende in den kommenden Jahren gelingen soll, haben Bund und Länder die Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) beschlossen. Die wichtigsten Punkte dazu im Überblick.

Bund und Länder haben sich auf ein Paket zur EEG-Reform geeinigt. Ziel ist es, den Kostenanstieg der Ökostrom-Umlage zu bremsen und den Umbau der Energieversorgung planbar zu machen. Ihr langfristiges Ziel ist es, die Energiewende planbarer zu machen. An welchen Punkten gezielt geschraubt worden ist, zeigt der folgende Überblick über die Eckpunkte der EEG-Reform:
- Ökostromumlage: Sie gilt als das Herzstück der EEG-Reform sowie der ganzen Energiewende. Bis 2017 soll die Ökostromumlage nur noch um 0,2 Cent pro Kilowattstunde steigen und auf dem derzeitigen Niveau eingefroren werden. In diesem Jahr sind es 6,24 Cent pro Kilowattstunde .
- Windenergie: Es wird jährlich einen künftigen Zubau von 2.500 Megawatt geben. Konkret heißt das: 2.500 MW an neuen Windrädern können jährlich errichtet werden, ohne dass es automatische Förderkürzungen gibt.
- Windkraft im Meer: Ein wichtiger Punkt der Energiewende. Hier soll es zwar eine hohe Anfangsvergütung von rund 19 Cent je Kilowattstunde geben, aber die Ziele werden gekürzt. Statt 10.000 Megawatt sollen nur 6.500 Megawatt bis 2020 installiert werden und 15.000 Megawatt bis zum Jahr 2030.
- Biomasse: Einer der wichtigsten Eckpunkte der EEG-Reform: Auch wegen der Zunahme von Maisanbauflächen soll der Zubau auf nur noch 100 Megawatt pro Jahr gedeckelt werden – mehrere Länder forderten Korrekturen, nun sollen Erweiterungen bei bestehenden Anlagen nicht in die 100 MW eingerechnet werden. Neue Anlagen sollen vor allem mit Abfall- und Reststoffen gefüttert werden. Da die Anlagen anders als Sonne und Wind berechenbar Energie liefern können, soll die Produktion stärker auf den aktuellen Bedarf ausgerichtet werden, dafür soll es dann einen so genannten "Flexibilitäts-Bonus" geben.
- Industrie-Rabatte: Mehr als 2.000 Unternehmen sind derzeit begünstigt, sie bezahlen dadurch 5,1 Milliarden Euro weniger. Mit der EU-Kommission wird um eine zukunftsfeste und rechtssichere Lösung beim Ausmaß der Rabatte gerungen. Es gibt politischen Druck, etwa aus Nordrhein-Westfalen, möglichst wenige Verschärfungen zuzulassen.
- Eigenstrom: Die Kosten der Bürger sind auch gestiegen, weil immer mehr Unternehmen Strom selbst erzeugen und verbrauchen. Daher sind sie von der Ökostrom-Umlage und Netzentgelten befreit. Künftig sollte die Eigenstromerzeugung mit einer Mindestumlage belegt werden, um andere Stromverbraucher zu entlasten. Aber auf Druck aus Union und SPD ist der Vorschlag für bestehende Anlagen kassiert worden. Bei Neuanlagen sollen Industrieunternehmen nun 1,2 Cent "Soli" je Kilowattstunde zahlen.
- Geothermie: Ein oft vernachlässigter Punkt bei der Energiewende. Die Förderung der Geothermie wird im Grundsatz fortgeführt. Allerdings wird der Technologiebonus gestrichen.
- Photovoltaik-Anlagen: Energiewende und Photovoltaik sind eng verbunden. Laut Bundeswirtschaftsministerium wird die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) im Wesentlichen durch den Eigenverbrauch bestimmt. Vor diesem Hintergrund wird die Förderung eng mit den vorgesehenen Änderungen beim Eigenverbrauch abgestimmt. cle