Trotz Umsatzplus und guter Auslastung ist das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk nicht uneingeschränkt zufrieden. Enttäuscht ist die Branche vor allem von der Umsetzung der Energiewende. "Die Politik schadet der Energiewende im Heizungskeller mehr als dass sie ihr nutzt", sagte Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in Berlin.
Karin Birk

Als "beispiellose Hängepartie" kritisierte er das Unvermögen von Bund und Ländern, sich im Vermittlungsausschuss auf eine steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierung zu einigen. Dies führe zu einer anhaltenden Verunsicherung und Investitionszurückhaltung bei Eigenheimbesitzern.
Umsatz für SHK-Betriebe verspielt
Nachdem der Vermittlungsausschuss bei seiner Sitzung am Mittwochabend das Thema wieder vertagt habe, rechne er in dieser Legislaturperiode mit keiner Entscheidung mehr. Aus Angst vor fehlenden Steuereinnahmen würde so im SHK-Handwerk zusätzliches Umsatzvolumen von fünf bis sieben Milliarden Euro verspielt.
Ingesamt hat das Geschäft mit Heizungsmodernisierungen nach den Worten von ZVSHK-Verbandspräsident Manfred Stather 2011 weniger als ein Drittel ausgemacht. Dennoch konnten die im Verband vertretenen 52.500 Betriebe 2011 ihren Umsatz um rund drei Prozent auf rund 35,64 Milliarden Euro steigern.
Betriebe sind ausgelastet
Der Grund: Viele Betriebe hätten von der durch die Schuldenkrise verursachten Flucht in Immobilien und damit vom Geschäft mit Bädern profitiert. Die Betriebe hätten rund 360.000 Komplettbäder verkauft. Ingesamt könnte man die Geschäftssituation der Betriebe könnte mit den Worten "Wanne statt Kessel" beschreiben.
Die aktuelle Lage ist gut. "Die Betriebe sind ausgelastet", sagte Stather. Aktuell liege der Auftragsvorlauf bei 7,5 Wochen. Die Stimmung ist "gut".
Als zunehmend problematisch sieht Stather die Nachwuchssicherung. Die Zahl der Ausbildungsverträge im SHK-Handwerk habe sich mit 70.000 Verträgen im Jahr 1996 bis heute halbiert. Hier wolle der Verband mit einer Nachwuchskampagne gegensteuern, um so einem zusehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. 2011 konnten die im Verband vertretenen Betriebe die Zahl ihrer Mitarbeiter um 0,5 Prozent auf 334.297 erhöhen.