Investitionen im Handwerk Energieeffizienz: Noch viel Luft nach oben

Handwerksbetriebe kümmern sich mehr als andere Mittelständler um die Energieeffizienz ihrer Betriebe. Dennoch hat die Hälfte der Betriebe das Thema noch nicht angepackt.

Karin Birk

37 Prozent der Handwerksbetriebe haben bislang Investitionen in Energieeffizienz vorgenommen. Rund eine halbe Million Handwerksbetriebe hat dafür noch kein Geld ausgegeben. - © Marina Lohrbach/Fotolia

Der Anteil der Energiekosten ist in Handwerksbetrieben oft höher als bei anderen Mittelständlern. Auch deshalb haben knapp die Hälfte aller Handwerksbetriebe zwischen 2011 und 2013 Maßnahmen zur Energieeinsparung durchgeführt oder geplant. Nach Ansicht des Chef-Volkswirts der KfW-Bankengruppe könnten es aber noch mehr sein:  "Trotz des im Vergleich zum gesamten Mittelstand höheren Engagements für Energieeffizienz könnten zahlreiche Handwerksbetriebe noch mehr tun", sagt Jörg Zeuner mit Blick auf die Ergebnisse einer gemeinsamen Analyse der KfW und des Handwerksverbandes (ZDH). Rund 500.000 Handwerksbetriebe hätten bisher weder Maßnahmen umgesetzt, noch Einsparpotenziale beim eigenen Betrieb ermitteln können. Dies gelte insbesondere für kleine Unternehmen.

Handwerk investiert in Energieeffizienz

Wie die Analyse zeigt, haben zwischen 2011 und 2013 rund 37 Prozent der Handwerksbetriebe Investitionen in Energieeffizienz vorgenommen, weitere elf Prozent eine solche Maßnahme zumindest geplant. Im gesamten Mittelstand waren dies dagegen nur 43 Prozent der Betriebe. Wie überhaupt das Thema "Einsparung von Energiekosten" bei 61 Prozent der Handwerksunternehmen als wichtig eingestuft wurde, während im gesamten Mittelstand nur 45 Prozent das Thema für wichtig erachteten.

Wie es in der Studie weiter heißt, hängt dies vor allem mit dem vergleichsweise hohen Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten im Handwerk zusammen. So haben hier 49 Prozent aller Betriebe Energiekosten von mehr als fünf Prozent. Im gesamten Mittelstand sind es dagegen nur 43 Prozent. Einen besonders hohen Anteil an Energiekosten haben Textilreiniger, Lebensmittelhandwerker und Galvaniseure.

Energieeffizienz von Gebäuden und Produktionsanlagen im Visier

Dieser Kostendruck hat nach den Ergebnissen der Studie insbesondere kleinere Handwerksbetriebe dazu bewogen, in eine verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden und in effizienteren Produktionsanlagen und Geräte – Stichwort: Druckluft – zu investieren.

Damit noch mehr investiert wird, fordert der ZDH die steuerliche Absetzbarkeit von Investitionen in die energetische Gebäudesanierung auf keinen Fall aus den Augen zu verlieren. Dies sei für das Handwerk sehr wichtig, so ZDH-Chef-Volkswirt Alexander Barthel mit Blick auf die aktuelle Diskussion. Darüberhinaus verwies er auf die sieben Umweltzentren des Handwerks, die im Rahmen der "Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz" innovative Verfahren zur Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in kleineren Handwerksunternehmen erarbeiteten. Außerdem unterstütze die Handwerksorganisation alle Betriebe, die die Energiewende als eigenen Markt sehen und ausweiten wollten.