Trotz Kaufanreizen in verschiedenen europäischen Ländern ist der Autoabsatz in Europa im März erneut deutlich zurückgegangen. Die Händler in den 27 Staaten der Europäischen Union (EU) sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz haben rund 1,51 Millionen Neuwagen verkauft und damit neun Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Ende der Autokrise nicht in Sicht
Das ist laut dem Verband der Europäischen Autohersteller (Acea) der elfte Rückgang in Folge, der allerdings deutlich moderater ausfiel als in den Monaten zuvor. Acea begründete dies vor allem mit dem Zulassungsplus in Deutschland infolge der Abwrackprämie.
Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) verfehlte der Pkw-Absatz in Europa im ersten Quartal mit rund 3,4 Millionen Autos das Vorjahresniveau um 17 Prozent. Die Verkäufe in Westeuropa gaben um 16 Prozent auf 3,2 Millionen Fahrzeuge nach. Vor allem das deutlich positive Neuzulassungsergebnis mit einem Plus von 18 Prozent in Deutschland sorgte dafür, dass der Rückgang nicht noch höher ausfiel. Im Vergleich dazu mussten die Märkte in Großbritannien und Spanien ein Minus von 30 Prozent beziehungsweise 43 Prozent hinnehmen.
In Großbritannien und Spanien fiel der Einbruch laut Acea auch im Monat März hoch aus. Dort sanken die Verkaufszahlen um knapp 31 beziehungsweise 39 Prozent. In Frankreich und Italien sorgten hingegen staatliche Kaufanreize für ein Plus bei den Neuzulassungen. Diese zogen um 8,0 beziehungsweise 0,2 Prozent an. In Deutschland stiegen die Verkäufe weitaus deutlicher und legten im Vergleich zum Vorjahresmonat um 39,9 Prozent zu.
Davon profitierten die heimischen Autohersteller aber nicht. Der Volkswagen-Konzern veräußerte im März europaweit 0,3 Prozent weniger Fahrzeuge. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall büßten knapp ein Fünftel ein. Die Verkäufe von Daimler brachen um fast 15 Prozent ein. Der Konkurrent BMW verkaufte 21 Prozent weniger Autos. Zuwächse bei den Verkäufen verzeichneten Acea zufolge beispielsweise Suzuki, Hyundai, Skoda und Dacia mit dem Rekordplus von 84,8 Prozent.
Unterdessen meldet das für die Abwrackprämie zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einen deutlichen Rückgang der Antragsflut. Bis zum 15. April seien rund 1,25 Millionen Anträge eingegangen. Darunter seien bestimmt auch doppelte Anträge, und einige könnten von der Behörde nicht genehmigt werden, sagte Bafa-Sprecher Kai Kiessler auf Anfrage. Derzeit nähmen die Anträge deutlich ab.
In den USA hat sich Präsident Barack Obama öffentlich für die Einführung einer Abwrackprämie in seinem Land ausgesprochen. Entsprechende Impulse benötigt der Automarkt dringend. In den USA lag dem VDA zufolge der Absatz im ersten Quartal 2009 mit 2,2 Millionen Fahrzeugen 38 Prozent unter dem Vorjahr. Auch in Japan brachen die Verkäufe ein. Von Januar bis März wurden knapp ein Viertel weniger Neuwagen veräußert.
Erste positive Signale gab es in den Schwellenländern. In China wurden im ersten Quartal 4,0 Prozent mehr Neuwagen verkauft, nachdem die Regierung die Steuer auf kleine Fahrzeuge halbiert hatte. In Indien wurden im ersten Jahresviertel knapp 2,0 Prozent mehr Fahrzeuge abgesetzt, nachdem die Kreditzinsen deutlich gesunken waren.
Nadine Schimroszik/ddp