Wenn von diesem Wochenende an der EM-Ball rollt, dann hat das Handwerk seinen Job gemacht. Viele Gewerke und Betriebe haben dafür gesorgt, dass die Stadien stehen und die Übertragungen funktionieren.
Ohne das Handwerk wäre vermutlich wenig los bei der Fußball-Europameisterschaft 2012: Egal, ob auf den Tribünen der Fußballstadien in Polen und der Ukraine oder auf den Fanmeilen in Deutschland, die wieder tausende Fußballbegeisterte zu "Public-Viewing"-Veranstaltungen locken werden - umgesetzt werden die Aufträge vom Handwerk.
So garantieren unter anderem Informationselektroniker mit ihrem Fachwissen für Fernseh- und Übertragungstechnik, dass niemand vor dem Bildschirm ein Tor verpassen muss. Betonbauer , Maurer , Fliesenleger , Metallbauer , Elektroniker , SHK-Anlagenmechaniker und viele weitere Handwerker sorgen für Sicherheit und Komfort in den modernen EM-Stadien.
Eine starke Mannschaft für das Stadion in Breslau
Eines der neuen Stadien zur Europameisterschaft wurde im polnischen Breslau gebaut. Knapp 43.000 Zuschauer finden auf den Tribünen und in den Logen Platz. Fertiggestellt wurde das 39 Meter hohe Stadion mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher deutscher Handwerker. Jens Stark vom Bauunternehmen Max Bögl aus dem fränkischen Sengenthal war als Projektleiter des Unternehmens in Breslau, um die einzelnen Schritte des Stadionbaus zu koordinieren. „Da wir einige Elemente, wie etwa die Tribünenstufen oder das Stahldach in unserem Unternehmen in Deutschland produziert haben, mussten wir den Transport und die Montage vor Ort genauestens planen – die Logistik hat hier fantastisch funktioniert“, sagt Stark.

Handwerker aus insgesamt 15 Nationen arbeiteten unter der Leitung des deutschen Bauunternehmens Hand in Hand, um das Stadion rechtzeitig fertigzustellen. Vom Beton- über den Trockenbauer bis hin zum Elektroniker und Fliesenleger haben unzählige Handwerker dafür gesorgt, dass das Stadion auf dem neusten Stand der Technik ist und in seiner transparent weißen Hülle auch optisch einen guten Auftritt hinlegt. „Das deutsche Handwerk“, sagt Stark, „ist im Ausland hoch angesehen, denn es steht für Qua-lität und Genauigkeit.“
Das Handwerk schafft flimmerfreies TV-Vergnügen
Genauigkeit ist auch für störungsfreie Live-Übertragungen eine wichtige Voraussetzung, wissen die Handwerker von BFE Studio und Medien Systeme in Mainz. BFE produziert nicht nur die Infrastruktur, die ein Fernseh- oder Hörfunkstudio benötigt, sondern war auch schon bei zahlreichen sportlichen Großveranstaltungen wie der Fußball-WM 2006 oder der EM 2008 vom Pressemonitor auf den Medientribünen bis zur Verkabelung der Kameras im Stadion für die Übertragungsinfrastruktur verantwortlich.
„Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung bei solch gigantischen Events ist die absolute Termintreue bei der Projektumsetzung“, sagt Jürgen Loos, Vertriebsdirektor bei BFE. „Ein Großereignis wie eine Fußball-Welt- oder Europameisterschaft wird nicht verschoben, nur weil die Verkabelung im Stadion oder das Pressezentrum nicht fertig sind.“
Aus diesem Grund arbeiten unter anderem Informationstechniker Hand in Hand mit Schreinern und Mechanikern, um den punktgenauen Einsatz der Übertragungstechnik sicherzustellen. Seit neben dem Fernseher auch Computer und Mobiltelefone als Empfangsgeräte dienen, ist das Handwerk zusätzlich gefordert. Die einzelnen Bild- und Tonsignale müssen, je nach Medium, unterschiedlich aufbereitet und verarbeitet werden. Letztendlich muss die Übertragungstechnik, egal für welches Gerät, reibungslos funktionieren und parallel laufen können.
Fußball Europameisterschaft ist nicht nur das Ereignis des Jahres, sondern auch immer eine akustische Abenteuerreise. Fangesänge, Stadionatmosphäre, Interviews und Torjubel stellen dabei hohe Ansprüche an das menschliche Gehör. Ob im Stadion, am Fernseher oder Radio: Es wäre schade, auch nur einen Ton zu verpassen. Damit auch Menschen mit einer leichten, mittleren oder ausgeprägten Schwerhörigkeit die EM in ihrer ganzen Bandbreite erleben können, braucht es die besondere Handwerksleistung der Hörgeräteakustiker. Die deutschen Hörgeräteakustiker sind Spezialisten in der individuellen Anpassung von Hörgeräten, die mit modernster Technologie das Hören auch in anspruchsvollsten Geräuschkulissen ermöglichen.

„Das Hörgeräteakustiker-Handwerk sorgt dafür, dass die Fußball-EM auch akustisch ein voller Erfolg wird“, so Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha), „Wir wünschen unserer deutschen Fußballnationalmannschaft ein faires, spannendes und erfolgreiches Turnier.“
Hörgeräteakustiker mit von der Partie
Auch die Hörgeräteakustiker sind bei der EM nicht unerheblich. Denn mit der modernen Digitaltechnik vieler Hörgeräte kann etwa über Bluetooth eine drahtlose Verbindung mit dem Fernsehgerät aufgebaut und so der Ton direkt bezogen werden. Das ist komfortabel und sorgt für eine deutliche Reduzierung lästiger Nebengeräusche. Dabei handelt es sich nur um eine der vielen technischen Möglichkeiten moderner Hörsysteme, die einen EM-Genuss auf höchstem Niveau ermöglichen.
Wer gerne selbst ins Stadion geht und seiner Mannschaft vom Spielfeldrand zujubelt kennt das Problem: Böller, Nebelhörner, Trommeln, Vuvuzelas und lautes Geschrei sind in unmittelbarer Nähe unerträgliche Lärmquellen und können zu bleibenden Gehörschäden führen. Auch hier können Hörgeräteakustiker mit einem individuell angepassten Gehörschutz helfen und Lärmbelastungen deutlich reduzieren. dhz
