Das Bezahlen mit EC-Karte und Unterschrift könnte offenbar schon bald Geschichte sein. Grund ist das Kompetenzwirrwarr von Datenschützern und Verbraucherverbänden. Die Sparkassen setzen künftig auf "kontaktloses Bezahlen" mit EC-Karte.
Elektronisches Lastschriftverfahren steht vor dem Aus
"Es ist nicht sicher, ob es das Verfahren in fünf Jahren noch gibt", zitierte das "Handelsblatt" den Leiter des Forschungsbereichs Zahlungssysteme beim Euro-Handelsinstitut in Köln, Horst Rüter. So wehrten sich dem Bericht zufolge der Bundesverband der Verbraucherzentralen sowie Landesdatenschützer gegen die Speicherung von Kundendaten zu Zahlungsausfällen und Kaufverhalten. Darüber hinaus arbeiteten EU-Kommission und Europäische Zentralbank an einer Vereinheitlichung des Lastschriftverfahrens in Europa möglichst bis Ende 2013.
Da dabei auch das Speichern von Kundennamen vorgesehen sei, könne dies aus Datenschutzgründen das Aus für das Elektronische Lastschriftverfahren bedeuten, hieß es in dem Bericht. Dann wäre nur noch die Zahlung mit Eingabe der Geheimzahl möglich.
Sparkassen wollen auf Chip umsteigen
Die 429 deutschen Sparkassen wollen zuünftig ein "kontaktloses Bezahlen" mit EC-Karte anbieten. Ab Frühjahr 2012 soll es den Sparkassenkunden möglich sein, die EC-Karte einfach in die Nähe eines Zahlterminals zu halten, damit der Betrag von der Karte abgebucht werden kann.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) wolle damit Handyanbietern zuvorkommen, die derzeit an bankenunabhängigen Lösungen arbeiten, berichtete der "Focus". "Die Sparkassen werden künftig alle 45 Millionen EC-Karten zusätzlich mit mobiler Technik ausstatten, den Großteil in den nächsten zwei Jahren", sagte der Direktor Zahlungsverkehr des DSGV, Wolfgang Adamiok, dem Magazin.
dapd
