Der ZVEH verabschiedete eine Resolution gegen Installationsanleitungen für Laien. Elektroinstallationsmaterial gehört nach Meinung des Verbandes in die Hände von Elektrofachkräften.
Elektrohandwerke beschließen Resolution und Pilotprojekte
Mit einer Resolution wollen die Elektrohandwerke gemeinsam mit den Marktpartnern dagegen vorgehen, dass elektrische Anlagen und Geräte künftig mit Installationsanleitungen für Laien versehen sein sollen. Dafür entschieden sich die Delegierten der Landesverbände des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) bei ihrer Mitgliederversammlung. Die handwerkliche Fachwelt spricht sich klar gegen diese Planungen aus, denn eine fehlerhafte Elektroinstallation durch Laien kann Leib und Leben in Gefahr bringen: "Elektroinstallationsmaterial gehört in die Hände von Elektrofachkräften", ist daher die Resolution überschrieben.
Weiterhin gab die Mitgliederversammlung grünes Licht für die Vertragsverhandlungen mit neuen Wirtschaftspartnern. Einerseits wurde der konstruktive Austausch zum Thema Digitalstrom gutgeheißen. Das System verspricht, bestehende Gebäude rationell und kostengünstig mit intelligenter Gebäudetechnik auszustatten. Andererseits befürwortete eine klare Mehrheit ein Pilotprojekt mit einem Energieunternehmen. Gemeinschaftlich sollen komplette Energiedienstleistungen auf der Basis intelligenter Verbrauchsmessungen angeboten werden. Dieser Abstimmung ging eine engagierte Diskussion voraus, denn die elektrohandwerkliche Organisation ist selbstverständlich für weitere Kooperationen mit anderen Energieversorgern im Rahmen von Smart Metering offen. Bereits bei der Sitzung des Vorstandsrats tags zuvor zeichnete sich breite Zustimmung für beide Projekte ab. Die Länder sehen klar die Notwendigkeit, ihren Mitgliedsbetrieben Wege für Zukunftstechniken zu öffnen "Hier liegen enorme Chancen für unsere Betriebe. Diese müssen wir jetzt nutzen!", sagte ZVEH-Präsident Walter Tschischka.
Weitere Ergebnisse der Mitgliederversammlung sind: Der Vorstand und die Geschäftsleitung wurden einstimmig entlastet und der Haushaltsplan für 2009 verabschiedet. Als neuer Rechnungsprüfer wurde Michael Zedel einstimmig als Nachfolger von Lutz Goldschmidt – beide vom Fachverband Sachsen – gewählt. Einstimmig lehnten die Delegierten einen Antrag des Fachverbands für Energie- und Gebäudetechnik Bayern-Thüringen (FEG) auf Aufnahme als Gastmitglied im ZVEH ab. Im vergangenen Jahr wurde bereits der Antrag auf Mitgliedschaft abgelehnt. An beiden Tagen trafen auch die Mitglieder der Fachbereiche "Technik" sowie "Tarif – Wirtschaft – Kommunikation" (TaWiKo) zusammen. Zur konstituierenden Sitzung waren auch die Mitglieder des E-Marken-Beirats eingeladen.
Bei der öffentlichen Festveranstaltung wechselten sich ernste Worte mit kabarettistischen Einlagen ab. Nach der Begrüßung der rund 330 Gäste durch ZVEH-Vizepräsident Lothar Hellmann sprachen Holger Schwannecke, designierter Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Torsten Heinje, Vorsitzender des Bundesverbands des Elektro-Großhandels (VEG), sowie Godehardt Schneider, Vorsitzender des Fachverbands Installationsgeräte und -systeme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ihre Grußworte. ZVEH-Präsident Walter Tschischka fasste in seiner Festrede die Lage der Branche aus der Sicht der Elektrohandwerke zusammen. Für allgemeine Erheiterung sorgte der Vortrag von Kabarettist Manfred Breschke. Er trat als Bundesbeauftragter für heiteres Klima auf und erörterte launig die "Perspektiven der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung aus der Sicht der mittelständischen Handwerksbetriebe".
Im Rahmen der Festveranstaltung wurden zudem Günter Hermann aus Berlin, Karl-Heinz Melzer aus Halle sowie Wolfgang Noack aus Chemnitz geehrt. Sie erhielten die Ehrennadel des ZVEH in Silber. Die Ehrennadel des ZVEH mit Urkunde überreichte Tschischka an Jürgen Holtfort von Stiebel Eltron und Unternehmer Ulrich Bettermann. Anerkannt wurden ebenso die Ergebnisse der Sieger aus dem Bundesleistungswettbewerb 2008. Schließlich begrüßte Tschischka auch den 4.000 E-Marken-Betrieb: Für die Firma Elektro Derr aus Rabenau waren Erik Derr jun. und seinen Vater Hans gekommen.
Für sein großes Engagement ehrte der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Claus Dittrich, auch den sächsischen Landesinnungsmeister Frank Herrmann. Er erhielt die "Sonderstufe zur Goldenen Ehrennadel der HWK Dresden", eine der höchsten Auszeichnungen der HWK Dresden.
dhz