Noch tummelt sich der MG5 Electric allein auf dem Markt der Elektro-Kombis, doch die ersten Konkurrenten stehen schon in den Startlöchern. Ärgerlich für Handwerker, die sich einen Elektro-Kombi als Firmenfahrzeug zulegen wollen: Den Umweltbonus gibt es nur noch für Privatpersonen.

Elektro-Autos erleben einen Boom, allen voran die Pkws. Aber ausgerechnet in der Karosserieform, die wegen ihres großen Ladevolumens unter Handwerkern besonders beliebt ist, scheinen die Hersteller nicht in die Gänge zu kommen. Batterieelektrische Kombis haben Seltenheitswert. Doch nach der IAA Mobility in München vergrößert sich das Angebot.
Im Segment der Elektro-Kombis zeigt sich, dass chinesische Automobilbauer nicht mehr hinterherfahren. MG hat dabei die Vorreiterrolle übernommen. Die ehemalige britische Traditionsmarke gehört heute zum chinesischen Saic-Konzern und hat mit dem MG5 Electric den weltweit ersten Elektro-Kombi auf die Straße gebracht. Bis Ende Juli wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland schon 1.278 Exemplare zugelassen, während die Konkurrenz noch nichts Vergleichbares liefern kann.
Weitere Elektro-Kombis kommen im Herbst
Allerdings haben inzwischen weitere Hersteller Elektro-Kombis noch für dieses Jahr angekündigt. Sowohl der Opel Astra Sports Tourer Electric, der weitgehend baugleiche Peugeot E-308 SW als auch der Nio ET5 Touring können bereits bestellt werden. Im Herbst sollen die ersten Fahrzeuge zu den Kunden rollen. Weitere Elektro-Kombis, etwa von BMW, VW oder Audi, dürften nächstes Jahr in Serie gehen.
Handwerker, die sich einen Elektro-Kombi als Geschäftsfahrzeug zulegen möchten, müssen auf eine Förderung jedenfalls verzichten. Seit Anfang September 2023 dürfen nur noch Privatpersonen einen Antrag auf den Umweltbonus stellen. Er liegt für Neufahrzeuge mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro – der MG5 Electric liegt knapp darunter – bei 6.750 Euro. Davon kommen 4.500 Euro vom Staat, den Rest steuert der Hersteller bei. Bei höherpreisigen E-Autos verringert sich der Bonus.
Umweltbonus wird gedeckelt
Im kommenden Jahr wird der Umweltbonus grundsätzlich gedeckelt. Gefördert werden nur noch E-Autos mit einem Nettolistenpreis von bis zu 45.000 Euro. Der Bonus beträgt dann 4.500 Euro, davon kommen noch 3.000 vom Bund.

An den neuen Fördersätzen hat sich Opel offenbar auch beim Einstiegspreis für den Astra Sports Tourer Electric orientiert. Inklusive Mehrwertsteuer soll der neue Elektro-Kombi zum Einstiegspreis von 43.490 Euro angeboten werden oder ab einer monatlichen Leasingrate von 359 Euro. Der Peugeot E-308 SW liegt mit mindestens 45.765 Euro schon über der zukünftigen Fördergrenze.
Nio: Batterie kostet extra
Wer sich für den Elektro-Kombi von Nio interessiert, wird ohnehin nicht mit einer Förderung rechnen. Das chinesische Unternehmen sieht sich eher als Premiumanbieter mit entsprechendem Preisgefüge. Der Einstiegspreis für den laut Hersteller schon in der Basisversion nahezu voll ausgestatteten ET5 Touring hört sich mit 47.500 Euro moderat an. Allerdings fehlt in der Rechnung noch die Batterie, die in der 75-kWh-Variante für 169 Euro im Monat geleast werden kann. Für den 100-kWh-Akku, der eine Normreichweite von 590 km verspricht, fallen 289 Euro an. Alternativ können die Kunden die Batterien für einen Aufpreis von 12.000 bzw. 21.000 Euro auch kaufen.
Deutsche Premiumhersteller ziehen bei Elektro-Kombis 2024 nach

Elektro-Kombis von deutschen Premium-Herstellern kommen frühestens 2024 auf den Markt. Ein entsprechendes Konzeptfahrzeug hat Audi mit dem A6 e-tron schon 2021 auf der Automesse in Shanghai vorgestellt. Es soll auf eine Reichweite von bis zu 700 km kommen, auch dank seiner schlanken Aerodynamik mit einem cW-Wert von 0,22.
Als ersten E-Kombi schickt BMW den i5 ins Rennen. Die Limousine durften kürzlich die Besucher der IAA in München bestaunen. Dort feierte auch der elektrisch angetriebene Mini Countryman seine Weltpremiere. Der erste in Deutschland gebaute Mini eignet sich dank Allradantrieb auch für Ausflüge ins Gelände und taugt mit seiner Länge von mehr als 4,4 m durchaus als Geschäftswagen. Die Reichweite liegt abhängig von der Leistung bei 462 km (204 PS) oder 433 km (313 PS).
VW setzt beim E-Kombi auf den ID.7
Einen der beliebtesten Geschäftswagen deutscher Unternehmer wird es hingegen nicht mit reinrassigem Elektroantrieb geben, wie Volkswagen bei der Premiere des neuen VW Passat Variant klargestellt hat. Stattdessen setzt VW in diesem Segment auf den ID.7.