Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) Eklatanter Fachkräftemangel im Elektrohandwerk

In den Betrieben der elektro- und informationstechnischen Handwerke gibt es im Frühjahr 2008 deutlich mehr offene Stellen als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig findet jeder zweite Betrieb keine qualifizierten Mitarbeiter. Häufigster Grund: die mangelnde Qualifikation.

Eklatanter Fachkräftemangel im Elektrohandwerk

20 Prozent der 78.000 Betriebe melden bei der Befragung des ZVEH im März 2008, dass sie offene Stellen haben (Frühjahr 2007: 12 Prozent). Die offizielle Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) liegt für den Monat März 2008 sogar noch höher: Danach sind in den Berufen der Elektrohandwerke 23.400 Arbeitsplätze unbesetzt. Zum Zeitpunkt der ZVEH-Befragung gehen 16 Prozent der Unternehmen davon aus, dass die Beschäftigtenzahl weiter steigen wird, dreiviertel erwarten, dass die Zahl der Beschäftigten unverändert bleibt.

Großer Bedarf an Elektrotechnikern

Die ZVEH-Umfrage ergab weiter, dass aufgrund der guten Lage und infolge des jahrelangen Stellenabbaus in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt sogar vier von zehn Betrieben neue Stellen zu besetzen hatten. Von ihnen hatte jedoch jeder zweite erhebliche Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Der größte Bedarf herrscht bei den Elektrotechnikern. „79 Prozent der suchenden Betriebe gaben an, dass die Qualifikationen der Bewerber nicht den Anforderungen der Stelle entspricht“, sagte ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. Ein Viertel der Befragten sagten, dass auf die ausgeschriebene Stelle gar keine Bewerbungen kamen.

Ebenso spüren die handwerklichen Unternehmen auch deutlichen Konkurrenzdruck aus der Industrie. „Unser Wunsch an die Bundesagentur für Arbeit ist daher, die geförderten Maßnahmen zur Weiterqualifizierung in unseren Berufen konsequent auszubauen“, fasst Jakobi zusammen.