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Eis des Jahres Eistrends 2018: Das ist das Eis des Jahres

Das internationale Eis des Jahres 2018 kommt aus Deutschland und ist etwas ganz Besonderes: "German Black Forest" ehrt die Schwarzwälder Kirschtorte. Woher die Ideen für neue Eissorten kommen und welche dieses Jahr noch im Trend sind.

Schokolade, Mango, Joghurt: Eis ist vielfältig, so dass fast jeder eine Sorte findet, die ihm schmeckt. Schokolade und Vanille sind dabei seit Jahren die beliebtesten Geschmacksrichtungen. Aber auch Erdbeer, Haselnuss und Joghurt sind ganz oben mit dabei.

Die 10 meistverkauften Eissorten 2017*:

  1. Schokolade
  2. Vanille
  3. Haselnuss
  4. Erdbeere
  5. Stracciatella
  6. Joghurt
  7. Sahne-Kirsch (Amarena)
  8. Himbeere
  9. Mango
  10. Schokoladen-Sorbet

*Umfrage von Uniteis unter den Mitgliedsbetrieben

Dass es Schokolade-, Vanille- oder Amarena-Eis immer in die Top 10 schaffen, kann Annalisa Carnio, Pressesprecherin von Uniteis, erklären: "Sorten wie Schokolade oder Vanille oder auch Amarena sind oft in Eisbechern. Deswegen werden sie besonders oft verkauft. In den meisten Eisbechern ist immer auch eine Kugel Vanilleeis."

Konservative Geschmackssorten in Deutschland

Vanilleeis mit Schokostreusel mag dem Eiskenner als Stracciatella eine vertraute Mischung sein. Neue Sorten kommen von Seiten der Eismacher aber immer wieder dazu. Darunter gibt es auch einige Exoten. In Deutschland kennt Carnio zum Beispiel Bier- oder Broteis.

Andere Länder gingen teilweise in völlig andere Richtungen, meint sie. In Spanien kennt man Sellerie-, Karotten- und Knoblaucheis, in Japan Sorten mit Ingwer oder Pfefferminze. "Dort gibt es auch Eis mit geräuchertem Fisch, weil das dort ein üblicher Geschmack ist. Deutschland ist dabei eher konservativ." Hier sei Eis mit einem süßen Geschmack verbunden.

Vielleicht ist das Eis des Jahres auch deswegen eine Mischung aus Eis und deutscher Konditorkunst geworden. " German Black Forest" gibt es in zwei Varianten, beide mit Schokoladeneis. Eine ist alkoholisch und enthält Kirschwasser, die andere ist mit Sauerkirschen gemacht.

Jedes Jahr stellt ein anderes Land aus dem Verband europäischer Speiseeishersteller das internationale Eis des Jahres vor. Dieses Jahr kommt es aus Deutschland. Vor zwei Jahren präsentierte Österreich bereits ein Eis in Anlehnung an die Sachertorte, letztes Jahr Frankreich ein Eis mit Pfirsichen. In Deutschland entscheidet bei Uniteis, der Union italienischer Speiseeishersteller, der Vorstand welches Eis zum Eis des Jahres gewählt wird.

Eis des Jahres in Deutschland – alle Sorten im Überblick

2001 – Zucca (Kürbiseis)

2002 – Honig-Joghurt mit Sesam

2003 – Mascaffe

2004 – Torroncino (Mandel-Honig Eis)

2005 – Latte Macchiato

2006 – Gianduia (Nougateis)

2007 – Vaniglia (Vanilleeis)

2008 – Ricotta

2009 – Prosecco

2010 – Cantuccino

2011 – Cassata Siciliana

2012 – Cremino

2013 – Limone al Basilico

2014 – Pera con Parmigiano (Birne mit Parmesan)

2015 – Fagola con Aceto Balsamico (Erdbeere mit Balsamico)

2016 – PISTACCHIO (Pistazie)

2017 – Schokoladensorbet

2018 – German Black Forest

Kundenideen inspirieren

Die Ideen für neue Eissorten kommen zum Teil von Kunden. Es werden aber auch Trends aus der Lebensmittelbranche aufgegriffen. Dabei entstehen neue Versionen von bewährten Klassikern, wie das deutsche Eis des Jahres 2017: Schokoladensorbet. Das Eis besteht aus Zartbitterschokolade ohne Milch. "Das ist Schokolade, aber modern", sagt Carnio.

Kalorienunterschiede beim Speiseeis

Acht unterschiedliche Arten von Eis gibt es in Deutschland: Cremeeis, Sahneeis, Milcheis, Eiscreme, Fruchteis, Fruchteiscreme, Sorbet und Wassereis. Eiscreme enthält mindestens zehn Prozent Milchfett. Auch die anderen Creme-Sorten bestehen zu einem bestimmten Anteil aus Milchfett. Bei Milcheis liegt der Mindestanteil an Milchfett nur bei 2,45 Prozent, was aber ganzen 70 Prozent Milch im Eis entspricht. Im Sorbet und im Wassereis ist hingegen keine Milch enthalten. Ein Fruchteis darf nicht weniger als 20 Prozent Früchte beinhalten, während beim Frucht-Sorbet mindestens 25 Prozent des Produktes aus Früchten bestehen muss.

Aus den verschiedenen Fettgehalten ergeben sich auch große Kalorienunterschiede: Wassereis, Fruchteis und Fruchtsorbets sind kalorienarm. Sahne- und Milcheis haben wesentlich mehr Kalorien. Je nach Topping kann die Kalorienzahl schnell zusätzlich steigen: Schokosoße, Krokant, Zuckerstreusel oder Sahne treiben die Zahl in die Höhe. Wer Kalorien sparen möchte, sollte sein Eis außerdem im Becher statt in der Waffel mitnehmen.  

Fruchteis ist Trend

Dieses Jahr geht der Trend wohl zu mehr Fruchteis. Gab es früher hauptsächlich Erdbeer- oder Zitroneneis, ist die Sortenvielfalt regelrecht explodiert. "Es gibt Sorten wie Melone, Kirsche, Blaubeere oder im Winter auch Birne, Apfel und Mandarine", verrät Carnio, "Das sind Zutaten, die man in der Region bekommt. Deswegen können viele Eismacher das auch anbieten."

Trend zu mehr Eis

Allgemein wird die Vielfalt beim Eis breiter, nicht nur bei den Sorten. Eisbecher wie der Banana Split feierten Ende des Zweiten Weltkrieges ihren Erfolg. Etwa seit dieser Zeit gibt es auch Eis im Supermarkt. Inzwischen bekommt man es fast überall. Auch für Veranstaltungen oder Kindergeburtstage braucht man es. Das sorgt für einen Aufwärtstrend beim Eis. Außerdem weiß Carnio: "Eis wird unabhängig von Wirtschaftsboom oder Wirtschaftskrise gegessen. Eine Kugel Eis kann man sich immer mal leisten. Das ist nicht so teuer."

Wo man das Eis des Jahres nun selbst probieren kann? Das erkennt man an der Eingangstüre. Dort hängen die Mitglieder von Uniteis häufig ein Schild des Verbandes aus. Diese Eisdielen bieten oft das Eis des Jahres an.

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