Eintrittskarte zum Kunden

Mit gekonnt gestalteter Flyerwerbung stellen Sie Ihre Stärken in den Mittelpunkt.

Jana Tashina Wörrle

Eintrittskarte zum Kunden

Auch im Zeitalter des Internets haben Flugblätter oder Handzettel immer noch ein großes Werbepotenzial nur heißen sie heute "Flyer". Die kleinen Firmenprospekte bringen kurz und prägnant das Angebot und die Stärken ihres Betriebs oder konkrete Aktionen auf den Punkt. So vermitteln Sie Ihren Kunden und potenziellen Neukunden den Mehrwert Ihrer Leistungen. Diesen Nutzwert müssen Sie also klar formulieren und attraktiv präsentieren.

Egal ob im Kundengespräch, auf Messen oder als Prospekt, der z.B. beim Bäcker um die Ecke ausliegt - gut gestaltete Flyer können das Marketing von Handwerksbetrieben kostengünstig unterstützen. Ihr Vorteil: Je nach Material, Stückzahl und Design kosten sie meist weniger als andere Marketinginstrumente und sie können mit überschaubarem Aufwand realisiert werden. Ihr Budget entscheidet, ob Sie einen professionellen Gestalter beauftragen oder Sie Ihre Flyer selbst entwerfen den Druck sollten Sie dann Profis überlassen.

Obwohl Internet und Onlinewerbung immer bedeutender werden, können Flyer gerade im lokalen Umfeld große Wirkung erzielen. So zeigen Sie, dass Sie präsent und schnell erreichbar sind. Deshalb kann es auch sinnvoll sein, den Prospekt oder Flyer als Beilage in der Lokalzeitung oder im Stadtteilanzeiger zu platzieren.

Vor der grafischen Umsetzung sollten Sie sich über die Kernaussage des Flyers klar werden und entscheiden, wen Sie ansprechen wollen. Marketingexpertin Claudia Schimkowski nennt diese Kernaussage und die damit zusammenhängenden Topleistungen „Eintrittskarte zum Kunden“. „Das ist Ihr erster Schritt für den Erfolg Ihres Handwerksbetriebs. Die Topleistungen nutzen Sie dann auch für Ihren Außenauftritt, Ihre Werbung und sämtliche Marketingaktivitäten“, rät sie. Folgende Fragen sollten Sie deshalb auch vor der Erstellung des Flyers klar beantworten können:
  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Welchen Nutzen kann ich dieser Zielgruppe bieten?
  • Was unterscheidet mich von anderen Betrieben, die ähnliche Leistungen anbieten?
  • Was kann ich besser als die Konkurrenz?
  • Was soll der Flyer genau erreichen?
Dabei sind die beiden Grundformen von Flyern zu unterscheiden: Der Firmenprospekt ist der Klassiker. Er ist eine kurze, knackige Beschreibung dessen, was Ihr Betrieb leisten kann und wodurch er sich auszeichnet.

Die zweite Variante ist der Angebots- oder Eventflyer, der zu bestimmten Anlässen oder in Verbindung mit einer Aktion verteilt wird. Hier sollte der Anlass im Mittelpunkt stehen und dem Kunden erläutert werden. Trotzdem dürfen Sie nicht alle notwendigen Kontaktdaten Ihres Betriebs vergessen.

Als Kontaktdaten sollten Sie sowohl Ihre Adresse sowie Telefon- und Faxnummer angeben als auch Ihre E-Mail-Adresse und Internetseite zumal Interessenten dort weitere Fakten wie Referenzprojekte oder Bilder finden. Sinnvoll sind Anfahrtsskizze oder Lageplan sowie Betriebs- oder Öffnungszeiten. Für gewöhnlich stehen diese Daten auf der Rückseite oder am Ende des Flyers.

Wer nicht auffällt, fällt durch

Wichtig ist, dass der Flyer das ausdrückt, was sie auch mit den angebotenen Leistungen vermitteln wollen. Und das ist Professionalität. Rechtschreibfehler oder andere unkorrekte Angaben - etwa eine falsche Telefonnummer - stehen diesem Vorsatz entgegen. Um den Kunden Zuverlässigkeit zu vermitteln, dürfen Sie auch keine falschen Versprechungen machen. Werben Sie beispielsweise damit, "rund um die Uhr erreichbar" zu sein, müssen Sie dies auch gewährleisten. Wichtig ist aber nicht nur die Professionalität der Aufmachung. Der Flyer muss den Kunden auch optisch ansprechen - ob mit einem ungewöhnlichen Format, besonderem Papiermaterial oder einem markanten Spruch. Dabei sollte er ins Betriebskonzept passen, er muss CI-konform mit dem Firmenlogo und den Unternehmensfarben sein.

Einige grundsätzliche Entscheidungen müssen für ein erfolgreiches Flyerdesign getroffen werden. Es beginnt bei der Wahl des Papiers und dessen Format. Umso größer und umso dicker das ausgewählte Papier ist, umso teurer ist es zwar, trotzdem sollten Sie darauf achten, dass es zu den dargestellten Leistungen und Produkten passt. Ein etwas dickeres Papier wirkt qualitativ hochwertiger. Ein ungewöhnliches Format fällt auf und ein etwas größerer Flyer verschwindet nicht sofort in einer Ecke der Schreibtischschublade oder der Handtasche. Übersichtlich gestaltete Flyer mit ausreichend Platz zwischen den Zeilen lassen sich schneller und einfacher lesen. Die Wahrscheinlichkeit, gelesen zu werden, steigt zudem, wenn der Flyer eine knackige Überschrift hat und ansprechend formuliert ist. Lange, ausführliche Beschreibungen darüber, was beispielsweise den Tischlerberuf grundsätzlich ausmacht, möchte hier niemand lesen. Zusätzlich muss er sowohl gestalterisch als auch inhaltlich dem Zeitgeist entsprechen. Dazu sollten Sie ansprechende Bilder auswählen.

Bilder wecken Aufmerksamkeit und Emotionen, trotzdem dürfen sie nicht irgendetwas Beliebiges zeigen. Wählen Sie individuelle Motive und zeigen Sie, wie in Ihrem Betrieb gearbeitet wird. Um Kundennähe zu vermitteln, können Sie Fotos von sich selbst und Ihren Mitarbeitern einplanen. Aber Vorsicht: Da Handwerker meist täglich bei den Kunden vor Ort sind, müssen die Fotos regelmäßig aktualisiert werden.

Aktualität ist wichtig. Die angebotenen Leistungen und mögliche Aktionen sollten immer Lösungen für gegenwärtige Probleme bieten. Sie können beispielsweise auch auf aktuelle Gesetzesänderungen eingehen (wie die EnEV 2009). Dabei können Termine wie Weihnachten, Ostern oder das Firmenjubiläum zum Anlass genommen werden, ein spezielles Angebot per Flyer vorzustellen. Um Aktualität gewährleisten zu können, sollten Sie immer nur so viele Flyer drucken lassen, wie Sie sie auch entsprechend dem Anlass verteilen werden - auch wenn der Preis für je Exemplar sinkt, umso höher die Auflage ist. Firmenprospekte haben zwar eine längere Halbwertszeit, jedoch sollten auch sie regelmäßig auf ihre Aktualität hin überprüft werden - und sei es nur wegen Änderungen in den Kontaktangaben.

Es gibt viele Wege, die Flyer und Prospekte unter die Leute zu bringen. Ausgelegt im eigenen Betrieb, als Beilage in Rechnungen oder der Lokalzeitung oder sozusagen als Visitenkarte des Betriebs, die Sie beim Kundengespräch oder auf Messen selbst verteilen. Sinnvoll können sich hier auch Kooperationen mit anderen Betrieben erweisen - wenn etwa der Klempner die Flyer des Metzgers im Geschäft auslegt und umgekehrt.

Auf die ursprüngliche Methode der Flugblätterverteilung, also das Verstreuen auf öffentlichen Plätzen oder das Anbringen hinter Scheibenwischern, sollten Sie besser verzichten. Nich selten fühlt sich jemand davon belästigt. In juristischer Hinsicht kann er sich auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb berufen. Dies kann gegebenenfalls strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

Kreativ und individuell gestaltet sind Angebotsflyer und Firmenprospekte kostengünstige Marketinginstrumente für kleine Handwerksunternehmen. Um die Werbewirksamkeit der Flyer zu erhöhen und ihren Erfolg überprüfen zu können, sollten Sie dem Kunden besonders in Verbindung mit Angeboten oder Aktionen lohnenswerte und unkomplizierte Rückantwortgründe bieten. Kleine Preisrätsel, Verlosungen oder Rabattcoupons können hierzu eingeplant werden. "Es ist wichtig, die Ergebnisse, also die Kosten und das daraus resultierende Ergebnis Ihrer Werbemaßnahmen, zu analysieren. Denn nur dann können Sie hinterher daran arbeiten, sich verbessern und effizienter werden", rät Claudia Schimkowski in ihrem Buch (siehe Buchtipp).