Was sich Mitarbeiter wünschen Einmal Chef spielen: Diese sieben Dinge würden Mitarbeiter ändern

Flexiblere Arbeitszeiten, mehr Mitsprache, mehr Geld: Wenn Mitarbeiter für einen Tag lang Chef sein könnten, würden sie einiges ändern. Eine Gehaltserhöhung steht dabei nicht an erster Stelle.

Einmal Chef spielen: Viele Mitarbeiter würden die Strukturen auf der Arbeit ändern. - © Sondem/Fotolia.com

Jeder kennt das: Nicht immer ist man einer Meinung mit dem Vorgesetzten – nicht immer befürwortet man dessen Entscheidungen. 75 Prozent der Befragten würden grundlegende Dinge ändern, wenn sie einen Tag lang in die Rolle ihres Chefs schlüpfen könnten. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Talent- und Karriereberatung von Rundstedt unter 1.035 Teilnehmern.

Bei der Frage nach konkreten Änderungswünschen sind die Ergebnisse überraschend: Nicht die individuellen Vorteile wie eine Beförderung oder Gehaltserhöhung stehen für die Deutschen im Vordergrund, sondern grundlegende Verbesserungen der täglichen Zusammenarbeit.

1. Mehr mit den Mitarbeitern sprechen

Knapp zwei Drittel (63 Prozent) würden als Chef ausführlich mit ihren Mitarbeitern sprechen. Dadurch würden die Chefs erfahren, was ihre Mitarbeiter beschäftigt und dies bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

2. Arbeit nach Interessen verteilen

53 Prozent der Befragten würden an zweiter Stelle die Arbeit so im Unternehmen verteilen, dass jeder für die Themen zuständig ist, in denen er oder sie besonders gut ist und am meisten Spaß hat. Besonders jüngere Befragte zwischen 18 und 34 Jahren (82 Prozent) würden die Gelegenheit nutzen, wenn sie einen Tag lang Chef wären, und Dinge verändern. Bei den 50 bis 69-jährigen trifft dies nur auf 69 Prozent zu. Demensprechend sind es auch eher die Jüngeren, die versuchen würden, Aufgaben so zu verteilen, dass jeder Spaß an seiner Arbeit hat (62 vs. 48 Prozent).

3. Mehr Mitsprache für Mitarbeiter

Grundsätzlich besteht der Wunsch, sich mehr in Unternehmen einzubringen und diese mitzugestalten: Fast jeder zweite Deutsche möchte, dass Mitarbeiter in zentrale Unternehmensentscheidungen miteinbezogen werden (47 Prozent). Vor allem jüngere Arbeitnehmer zwischen 18 und 34 würden mehr Mitsprache einführen (52 Prozent). Bei den 50 bis 69-Jährigen stimmten nur 42 Prozent dafür. Um den Mitarbeitern mehr Verantwortung zu geben, würden sogar 16 Prozent den Chefposten abschaffen.

4. Flexiblere Arbeitszeiten

Um für noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu sorgen, würde die Hälfte flexiblere Arbeitszeiten einführen (50 Prozent).  

5. Nicht zu viel Gehalt zahlen

Anders, als man vermuten würde, gaben nur 33 Prozent der Befragten an, die Position als Chef dafür zu nutzen sich selbst mehr Geld zu geben. Aber auch den Mitarbeitern würden nur 34 Prozent eine Gehaltserhöhung geben.

6. Weniger Meetings

Viele der Befragten Mitarbeiter gaben an, dass ständige Teambesprechungen meistens sowieso nichts bringen. Deshalb würden 26 Prozent interne Meetings reduzieren.

7. Neue Strukturen schaffen

Grundlegende personelle Änderungen würde nur jeder fünfte angehen. 21 Prozent würden sich selbst befördern. 18 Prozent würden ihren alten Chef feuern.

Schlechte Nachricht für Chefs. Nur 16 Prozent würden nichts ändern, wenn sie einen Tag lang Chefs wären. Sie finden ihr Chef macht seine Sache gut. Laut einer anderen Studie halten 37 Prozent der Angestellten ihren direkten Chef "fachlich für den Job geeignet" und nur knapp jeder Dritte hält diesen für charakterlich qualifiziert. jb