Kult-Auto Eine echte Legende: Vor 25 Jahren lief die letzte Ente vom Band

Das rustikale Design des Citroën 2CV begeisterte Millionen. Die Ente wurde zum Kultobjekt. Dabei hatte der Autobauer ursprünglich vor allem eine Bauernkutsche im Sinn.

Liebhaber treffen sich regelmäßig zu Ausfahrten. - © Foto: Peter Kneffel/dpa

Der Citroën 2CV, besser bekannt als "Ente", hat Kultstatus. Dabei sprach auf den ersten Blick nicht viel dafür, dass aus dieser eigenwillig geformten Wackelkiste aus Blech eine Auto-Legende werden würde. Das Modell wirkte schon bei seiner Vorstellung auf dem Pariser Automobilsalon 1948 aus der Zeit gefallen: Ein amerikanischer Journalist soll gespottet haben, ob der Hersteller denn auch einen Büchsenöffner mitliefern werde. Und doch wurde der Citroën 2CV zum millionenfach verkauften Renner - und für Generationen zum Ausdruck eines Lebensgefühls.

Das Auto für den kleinen Mann

Vor 25 Jahren lief die letzte Ente in Portugal vom Band. Bei Liebhabern allerdings ist ihr Charme ungebrochen. Sie schwärmen von der jaulenden Melodie des Boxermotors, der einmaligen Kurvenlage und dem gefühlten Cabrio-Luxus des aufrollbaren Vinylverdecks.

Dabei war das spartanische Design ursprünglich vor allem aus praktischen Gesichtspunkten gewählt worden. Citroën wollte in den 1930er Jahren ein Auto für den kleinen Mann vom Land, robust und billig musste es sein. Der Auftrag von Firmenchef Pierre-Jules Boulanger an seine Leute: ein "günstiger fahrbarer Untersatz, der vier Personen und 50 Kilo Kartoffeln oder ein kleines Fass mit maximal Tempo 60 transportieren kann".

2. Weltkrieg stoppt Produktion

Wie beim Volkswagen in Deutschland kam auch Citroëns Projekt TPV - für «Toute Petite Voiture», ganz kleines Auto - der Krieg dazwischen. Bei der deutschen Invasion ließ Boulanger die Prototypen zerlegen und verstecken, der Feind sollte sich das Konzept des Miniwagens nicht unter den Nagel reißen.

Der Siegeszug der Ente begann in den 1950er Jahren. Die praktischen Vorteile und der Preis überzeugten die Kundschaft. Zum Teil gab es Wartezeiten von fünf bis sechs Jahren.

Ente verkörperte ein Stück Frankreich

Im Ausland und ganz besonders in der Bundesrepublik verkörperte der Citroën 2CV aber auch ein Stück Frankreich. Promis fuhren den Wagen ebenso wie Studenten, Hippies gingen mit dem als politisch korrekt empfundenen Wagen auf große Fahrt in Ferne. Alle setzten auf die Ente.

Über die Jahre liefen rund fünf Millionen 2CV in verschiedenen Varianten vom Band. Die Ente war "das richtige Auto für Menschen, die eigentlich kein Auto wollten oder keins bezahlen konnten", wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung einmal schrieb.

Strengere Abgas- und Sicherheitsvorschriften als Problem

Und aus den anfänglichen 9PS wurden am Ende sogar bis zu 30 Pferdestärken. Damit waren   Geschwindigkeiten von über 110 Stundenkilometern möglich. Die Form blieb jedoch immer gleich. Den Garaus machten der Ente schließlich vor allem strengere Abgas- und Sicherheitsvorschriften. Die Einstellung der Produktion in Frankreich läutete 1988 das Ende ein. Zwei Jahre später rollte am 27. Juli 1990 im portugiesischen Mangualde der letzte Citroën 2CV, besser bekannt als Ente, aus der Fabrik. dpa/dhz