TV-Spot "Leben ohne Handwerk" in Berlin gedreht Ein Leben ohne Handwerk ist ein Leben ohne Zivilisation

Bizarre Szenen am Berliner Gendarmenmarkt: Der britische Regisseur Peter Thwaites hat einen spektakulären Werbefilm für das deutsche Handwerk gedreht, der ab Januar 2010 ausgestrahlt wird. Für die Spezialeffekte waren vor allem Handwerker zuständig.

  • Bild 1 von 2
    ©
    Viele Effekte prägen das Bild im neuen Imagefilm des Handwerks. Gedreht wurde am Berliner Gendarmenmarkt. Foto: Benjamin Baader
  • Bild 2 von 2
    ©
    Es dampfte beim Dreh des Imagefilms. Foto: Benjamin Baader

Ein Leben ohne Handwerk ist ein Leben ohne Zivilisation

Taschen und Handys verschwinden wie von Geisterhand, ein Brötchen zerbröselt zu Staub, eine Wasserfontäne schießt haushoch aus dem Pflaster des Gendarmenmarkts, Autos brechen scheinbar grundlos auseinander. Hinter diesen merkwürdigen Szenen mitten in Berlin steckt keine Hexerei, sondern Peter Thwaites. Der britische Regisseur hat an vier Tagen im September einen Werbefilm gedreht, der auf die große wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks aufmerksam macht. Der Spot zeigt, wie unsere Welt ohne die Leistungen von Handwerkern aus den Fugen geraten würde. Der TV-Spot läuft ab 16. Januar 2010 in Kino und Fernsehen und ist Teil einer groß angelegten Werbekampagne für das deutsche Handwerk.

Mit Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften sowie Plakaten soll das Handwerk das Image in der Öffentlichkeit bekommen, das es verdient: Es ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, der viel zum ökonomischen Erfolg des Standorts Deutschland beiträgt und mit seinen Diensten die Funktionsfähigkeit der modernen Gesellschaft sichert.

Der Werbefilm spielt im Konzert der Kampagnenmaßnahmen eine wichtige Rolle. Denn über Fernsehen und Kino lassen sich die meisten Menschen in Deutschland erreichen und nachhaltig für das Thema interessieren – vor allem, wenn sie auf humorvolle Weise angesprochen werden.

Großer Wirtschaftszweig, großes Kino

Wie würde wohl ein Leben ohne das Handwerk aussehen? Diese Frage beantwortet der Werbefilm, indem er mehrere Geschichten erzählt. Die kurzen, bewegenden Plots zeigen unterschiedliche Facetten davon, wie sehr der moderne Mensch auf offensichtliche oder weniger offensichtliche Leistungen dieser Branche angewiesen ist. Ohne das Handwerk gehen ihm Gegenstände und Dienste verloren, die er in seinem Alltag als selbstverständlich wahrnimmt: von der Herstellung des Frühstücksbrötchen bis hin zur Reparatur des Autos. Ein Leben ohne Handwerk ist ein Leben ohne Zivilisation, so die Botschaft des Films. Diese auf eine Länge von nur 60 Sekunden zu verdichten, war die besondere Herausforderung für die Filmemacher. "Es ist eben keine Werbung für Joghurt oder Bier – deshalb sind wir da auch ganz anders herangegangen und haben einen TV-Spot mit Kinocharakter gedreht", sagt Produzent Jan Fincke von Czar Film GmbH. Die Bedeutung des großen Wirtschaftszweigs lässt sich am besten in eindrucksvollen Bildern darstellen – großes Kino eben.

Spezialeffekte aus Handwerkerhand

Für die Umsetzung waren einige cineastische Spezialeffekte notwendig. Nur wenige davon wurden in der Nachbearbeitung mithilfe von Computertechnik in das Filmmaterial eingebaut. Die meisten erzeugten Handwerker und Effektspezialisten in mühevoller Kleinarbeit am Dreh "von Hand". Ein Team hat beispielsweise dafür gesorgt, dass die Autos auf Kommando auseinander fallen. Scheinwerfer und Kotflügel wurden dazu mit Seilen zusammengehalten, die auf Knopfdruck durchschnitten wurden. Mit viel Kreativität und Liebe zum Detail haben die beteiligten Handwerker dazu beigetragen, dass ein TV-Spot mit Hollywoodcharakter für ihre Branche wirbt. Bis zum Ende des Jahres werden jetzt noch der Schnitt und die technische Bearbeitung des Werbefilms vorgenommen, ehe er seine Premiere feiert.

dhz