Der Dübel gehört sowohl für den professionellen Handwerker als auch für den Gelegenheits-Heimwerker zum unverzichtbaren Inventar. Vor hundert Jahren wurde das Bauelement in England zum Patent angemeldet. Die Massenproduktion begann allerdings in Deutschland.
Ein Jahrhundert mit dem Dübel
Am 14. Oktober 1911 wurde der Dübel, erfunden von einem englischen Handwerker, als Patent in London angemeldet. John Joseph Rawlings erste Konstruktion bestand aus Hanfschnur und einem Klebstoff aus Tierblut.
Rawlings hatte vor der Aufgabe gestanden, in einem britischen Museum Wandlampen aufzuhängen und dabei möglichst wenige Installationsspuren zu hinterlassen. Rawlings, gelernter Klempner und Tüftler aus Leidenschaft, hat eine Idee. Um einen dünnen Dorn herum wickelte er eine mit Klebstoff aus Schweineblut verfestigte Hanfschnur und presste das Ganze mit einem Röhrchen zusammen. Den so entstandenen Zapfen konnte er in ein schmales Bohrloch schieben. Anschließend drehte er eine Schraube hinein, brach der Zapfen am Ende auf und drückte ihn in die Wand. Der Dübel war geboren.
In einem späteren Werbespot behauptete Rawling seine Dübel könnten Lasten von bis zu vier Tonnen tragen.
Massenproduktion im Schwarzwald
Bis zur serienreifen Dübel-Produktion dauert es allerdings noch über 50 Jahre. Im Schwarzwald fertigte Artur Fischer den Spreiz-Dübel. Seine bis heute verwendete Konstruktion besteht aus Nylon, die ihn nicht nur witterungsbeständig macht, sondern auch elastisch, so dass er sich in den Zahnzwischenräumen im Beton ausdehnen kann. Zudem haben die Nylon-Zapfen keinen Anschlag mehr und lassen sich daher beliebig weit in Löcher drücken.
Die Dübel aus dem Schwarzwald haben sich unter ständiger Weiterentwicklung bis heute 40 Milliarden Mal verkauft.
sg
