Holzblasinstrumente Ein Blockflötenbauer auf der Suche nach dem besonderen Klang

Existenzgründung muss nicht immer auf maximalen Gewinn oder schnelle Expansion abzielen. Mit handwerklichem Know-how und vor allem Zeit wollen sich Erik Jahn und Sophie Schmid einen Namen in der Musikwelt machen.

Sophie Schmid und Erik Jahn vor Blockflöten
Sophie Schmid und Erik Jahn möchten mit ihren handwerklich gefertigten Instrumenten mehr bieten als Blockflöten aus industrieller Herstellung. - © Nadine Heß

Die frischen Holzspäne auf der Drechselbank verbreiten noch ihren intensiven Duft. Er mischt sich mit dem kernigen Geruch verschiedener Öle und Wachse, die in großen und kleinen Behältnissen im Raum verteilt stehen. Auf den Werkbänken reihen sich filigrane Werkzeuge und allerlei Tinkturen und Pulver aneinander.

Es mutet wie ein handwerklicher Forschungsraum an, was sich Erik Jahn und Sophie Schmid in ihrem Haus im Würzburger Stadtteil Unterdürrbach geschaffen haben. Die beiden Holzblasinstrumentenmachermeister haben beide vor wenigen Monaten den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und entwickeln seither eigene Blockflötenmodelle.

Traditionelle Techniken

Es ist keine Existenzgründung, die auf maximalen Gewinn oder schnelle Expansion abzielt. Sophie Schmid und Erik Jahn wollen sich mit dem individuellen Klang der von ihnen geschaffenen Instrumente einen Namen in der Musikwelt machen – und dafür braucht es handwerkliches Know-how und vor allem Zeit. "Unser Ziel ist es, akustisch mehr bieten zu können als Blockflötenmodelle aus industrieller Fertigung", formuliert es Erik Jahn.

Dafür experimentiert er mit seiner Partnerin nicht nur mit Hölzern aus aller Welt, sondern besinnt sich auch auf traditionelle Techniken der Oberflächenbearbeitung zurück. "Wir arbeiten paraffinfrei und nutzen reines Leinöl ohne die üblichen Schwermetallzusätze, das zwar länger braucht um zu trocken, dafür aber den Klang besser unterstützt", erklärt der 50-Jährige. Seine Partnerin Sophie Schmid faszinieren vor allem auch die Hölzer, die zum Blockflötenbau genutzt werden können. Bis zu 20 verschiedene Arten sind möglich. "Das ist eine unheimliche Vielfalt und jedes Holz hat seinen individuellen Klang", schwärmt sie.

Handwerker in der Werkstatt
Erik Jahn in seiner Werkstatt: Mit dem Bau von Blockflöten haben er und seine Partnerin Sophie Schmid sich ­selbstständig gemacht. Unterstützung bei der Verwirklichung ihrer Geschäftsidee erhielten sie durch die Existenzgründungs­beratung der Handwerkskammer. - © Nadine Heß

Sophie Schmid und Erik Jahn haben einen Großteil ihres bisherigen Berufslebens als Angestellte verbracht. Erik Jahn war viele Jahrzehnte bei einem großen Blockflötenbauer in Fulda beschäftigt. Mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen und eigene Instrumente zu entwickeln, hatte er jedoch schon länger gespielt: "Ich möchte als Meister Grenzen austesten", sagt er. Unterstützung beim Weg in die Selbstständigkeit erhielt der Blockflötenbauer bei Peter Urbansky, Unternehmensberater der Handwerkskammer für Unterfranken. "Im Rahmen der Existenzgründungsberatung ging es darum, die richtigen Vorbereitungen zu treffen, um Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen zu können", erläutert der Unternehmensberater.

Unterstützung durch einen Unternehmensberater

Er half Gründer Erik Jahn unter anderem dabei, einen fundierten Businessplan zu erstellen. Mit den Informationen und Unter­lagen aus der Existenzgründungsberatung konnte Erik Jahn erfolgreich eine Förderung beantragen. Unternehmensberater Peter Urbansky unterstützte darüber hinaus bei der Wahl einer geeigneten Gesellschaftsform für das geplante Unternehmen. "In diesem Fall war die Empfehlung, sich als Einzelunternehmer selbstständig zu machen", erläutert er.

Holzblasinstrumentenmacher Erik Jahn ist im Nachhinein sehr dankbar für die umfassende Unterstützung. ″Die betriebswirtschaftliche Beratung und praktische Unterstützung haben uns geholfen, unser Vorhaben verwirklichen zu können", bestätigt er. Vor allem haben sie den Rahmen dafür geschaffen, dass in seiner Werkstatt nun die ersten eigenen Blockflötenmodelle Form und vor allem ihren individuellen Klang annehmen können. Und das in der Zeit, die es dafür braucht. Ende des Jahres möchte Erik Jahn erste Modelle bei Kundinnen und Kunden in ganz Deutschland vorstellen. Den besonderen Klang seiner Blockflöten will er bis dahin noch weiter perfektionieren.