Das Bundeswirtschaftsministerium baut sein Mittelstand-Digital-Netzwerk neu auf – mit sechs überregionalen und elf branchenspezifischen Zentren, darunter eines gezielt für das Handwerk. Dazu kommen neue Cybersicherheits-Trainer und eine Neuerung, die Betriebe direkt betrifft: Individuelle Beratung soll künftig ausdrücklich erlaubt sein.

Das Bundeswirtschaftsministerium will die digitale Transformation mittelständischer Unternehmen weiterhin fördern – allerdings in etwas veränderter Form. "Mit unserem neuen Netzwerk der Mittelstand-Digital-Zentren unterstützen wir den Mittelstand bei einer sicheren und nachhaltigen digitalen Transformation", sagte Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Die meisten neuen Zentren hätten ihre Förderbescheide bereits erhalten. Damit werde ein nahtloser Anschluss an das aktuelle Netzwerk geschaffen, das Ende 2026 ausläuft.
6 überregionale Zentren und 11 Branchen-Zentren
Wie das Ministerium weiter mitteilte, besteht das neue Netzwerk aus sechs überregionalen Mittelstand-Digital-Zentren. Genannt werden die Regionen Nord-West-Mitte, West, Süd-West, Nord-Ost, Ost sowie Süd-Ost-Mitte. Ab Mai 2027 sollen elf bundesweit tätige Mittelstand-Digital-Zentren mit Branchen- und Themenschwerpunkten hinzukommen. Nach Angaben des Ministeriums sollen sie gezielt Informationen für Handwerk, Bau, produzierendes Gewerbe, Logistik und Handel bereitstellen. Zuletzt habe es bundesweit 16 Mittelstand-Digital-Zentren gegeben.
Zentrum für das Handwerk vorgesehen
Die endgültige Förderzusage für das branchenspezifische Handwerkszentrum soll 2027 folgen, sobald der vollständige Förderantrag geprüft ist. Informationen zur Zusammensetzung des Konsortiums könnten erst nach Abschluss des Bewilligungsverfahrens veröffentlicht werden, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit. "Der Start der zunächst vierjährigen Grundlaufzeit ist bis Mitte 2027 geplant."
Neben KI-Trainer bald auch Cybersicherheits-Trainer
Um den wachsenden Cyberbedrohungen zu begegnen, sollen in den Mittelstand-Digital-Zentren künftig zusätzlich zu den bereits eingesetzten KI-Trainern auch Cybersicherheits-Trainer arbeiten, teilte das Ministerium weiter mit. Diese sollten Unternehmen dabei unterstützen, ihre IT-Systeme und digitalen Prozesse besser gegen Cyberangriffe zu schützen.
Künftig individuellere Beratung möglich
Das Ministerium weist außerdem darauf hin, dass Unternehmen künftig eine individuellere Beratung erhalten können, um ihren digitalen Transformationsprozess zu unterstützen. Dies sei durch eine neue beihilferechtliche Einordnung gemäß der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung möglich. Im derzeit auslaufenden Netzwerk sei eine individuelle Unterstützung nicht zulässig gewesen.
Weitere Informationen: www.mittelstand-digital.de
