Fünf Monate ist der Kanzlerbungalow in Bonn nun für die Öffentlichkeit frei. Bereits mehr als 12.000 Besucher wollten das ehemalige Heim der deutschen Bundeskanzler begutachtet.
Ehemaliger Kanzlerbungalow stößt auf großes Interesse
Damit seien die Erwartungen bezüglich des Besucherinteresses weit übertroffen worden, sagte Peter Hoffmann, Sprecher des für die Führungen zuständigen Stiftung Haus der Geschichte. Pro Tag würden seit April täglich fünf bis sechs Besuchergruppen nach Anmeldung kostenlos durch den ehemaligen Kanzler-Wohnsitz geführt.
Bis Ende des Jahres seien fast alle Führungen ausgebucht, sagte der Sprecher. Die Struktur der Besuchergruppen ziehe sich quer durch alle Bevölkerungsschichten. "Von Politik- und Wirtschaftsdelegationen über Kegelvereine bis hin zu Schulklassen ist alles dabei", sagte Hoffmann. Die meisten Besuchergruppen kommen nach seinen Angaben aus Deutschland.
Die Stiftung Haus der Geschichte bietet seit Anfang Mai Führungen durch den 1964 vom Architekten Sep Ruf (1908-1982) errichteten Bau im ehemaligen Bonner Regierungsviertel an. Einzelpersonen können sich an Sonntagen durch den Bungalow führen lassen, Gruppen können auch in der Woche einen Termin vereinbaren.
In dem Flachbau hatten seit seiner Erbauung mit Ausnahme von Willy Brandt und Gerhard Schröder (beide SPD) alle Bundeskanzler der "Bonner Republik" von Ludwig Erhard bis Helmut Kohl (beide CDU) dauerhaft gewohnt. Das Gebäude wird seit dem Regierungsumzug 1999 nicht mehr genutzt und steht seit 2001 unter Denkmalschutz.
ddp