800-Millionen-Euro-Topf fast ausgeschöpft EH55-Plus-Förderung: Aufstockung bis Jahresende

Das ursprüngliche Budget ging zur Neige – nun legt die Bundesregierung nach. Seit Programmstart im Dezember 2025 wurden bereits rund 52.100 Wohneinheiten gefördert. Wohnungswirtschaft und Baugewerbe sind erleichtert, weisen aber auf das nächste Problem hin.

Bis Jahresende ist die Förderung beim EH55-Plus-Standard gesichert. Unterstützt wird damit der Neubau und Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden. - © photofranz56 - stock.adobe.com

Die Bundesregierung stellt zusätzliche Mittel für die Effizienzhaus-55-Plus-Förderung bereit. "Die Förderung kann bis zum Jahresende in Anspruch genommen werden", sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD). Das ursprünglich eingeplante Budget von 800 Millionen Euro wäre wegen der erhöhten Nachfrage bald ausgeschöpft gewesen, hieß es im Bauministerium weiter. Die Branche geht entsprechend von zusätzlichen Mitteln in Höhe von rund 250 Millionen Euro aus.

Bisher mehr als 52.000 Wohneinheiten gefördert

Das Ministerium wollte keine genauen Angaben zur Höhe des Fördertopfs machen und verwies auf das bisher Erreichte. So wurden seit dem Programmstart im Dezember 2025 rund 52.100 Wohneinheiten mit einem Kredit- und Zuschussvolumen von rund 4,9 Milliarden Euro gefördert (Stand: 05.10.2026). Ziel des Programms ist es, den Bauüberhang zu reduzieren.

Baugewerbe: Drohende Förderlücke vorab vom Tisch

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) begrüßte die Entscheidung zur Verlängerung der Förderung: Es sei ein "gutes und wichtiges Signal" für die Branche und alle Bauherren, sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Damit sei die drohende Förderlücke erst einmal vom Tisch. "Die Politik hat zugehört. Dafür sind wir dankbar", betonte er.

Pakleppa plädiert für nahtlose Förderung

Wichtig sei nun, dass ab dem 1. Januar 2027 keine Förderlücke entstehe. "Wir plädieren dafür, EH55 Plus bis zum Start der Zwei-Programme-Welt im Sommer 2027 fortzusetzen und die neuen Förderangebote unbürokratisch zu gestalten", sagte er. Anfang 2027 will das Ministerium seine Förderprogramme neu aufstellen und vereinfachen.

Wohnungswirtschaft rechnet mit 250 Millionen Euro im Topf

Zustimmung kommt auch vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GDW). Dieser begrüße die Entscheidung der Bundesregierung, die Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus um 250 Millionen Euro aufzustocken und damit die Fortführung des Programms bis zum Jahresende zu ermöglichen. "Es ist entscheidend, dass bereits genehmigte Bauvorhaben auch realisiert werden können. Umso erfreulicher ist es, dass die Bundesregierung nun nachlegt", erklärte GDW-Präsident Axel Gedaschko.

Gültige Baugenehmigung als Grundvoraussetzung

Gefördert werden wie bisher Neubau und Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden im Effizienzhaus- beziehungsweise Effizienzgebäudestandard 55. Geheizt werden muss zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien. Auch muss bei der Antragstellung eine gültige Baugenehmigung vorliegen. Dann gibt es zinsverbilligte KfW-Kredite beziehungsweise Zuschüsse für kommunale Gebietskörperschaften.

>> Weitere Informationen: www.kfw.de/297 und www.kfw.de/299