Strompreise EEG-Umlage sinkt im kommenden Jahr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kündigte an, die EEG-Umlage 2022 zu senken. Dennoch gibt es wegen hoher Beschaffungskosten und steigender Netzentgelte wenig Entwarnung beim Strompreis.

Eine Hochspannungsleitung im Sonnenuntergang, Deutschland.
Hochspannungsleitung in Deutschland: Die EEG-Umlage soll 2022 auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde sinken. - © Christian Schwier - stock.adobe.com

Der Aufschlag auf den Strompreis zur Förderung des Ökostroms wird im kommenden Jahr deutlich zurückgehen. "Die EEG-Umlage wird 2022 von derzeit 6,5 Cent auf 3,72 Cent pro Kilowattstunde sinken", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) mit Blick auf die Ankündigungen der Übertragungsnetzbetreiber. Dies sei der niedrigste Stand in fast zehn Jahren. "Das ist eine gute Nachricht für Verbraucherinnern und Verbraucher, die Wirtschaft und den Mittelstand", betonte er angesichts insgesamt hoher Energiepreise.

Verivox: Großhandelspreise für Strom stark gestiegen

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben die Großhandelspreise für Strom in den ersten Oktoberwochen "historische Höchststände" erreicht. Grund dafür sind starke Preissteigerungen bei Öl, Gas und Kohle. Damit stiegen die Einkaufskosten der Energieversorger für das kommende Jahr je nach Beschaffungsstrategie um rund ein Viertel an.

Darüber hinaus zeichne sich bei den Stromnetzgebühren, die rund ein Viertel der Stromkosten ausmachen, ein Anstieg ab.

Nach Ansicht von Verivox-Energieexperte Thorsten Storck wird die niedrigere EEG-Umlage deshalb nur zu einer Stabilisierung der Strompreise beitragen. "Durch die gestiegenen Beschaffungskosten und höheren Netzentgelte wird die Senkung der EEG-Umlage aufgefressen und die Stromkosten bleiben ungefähr gleich", sagte er.

Dank EEG-Umlage: Ein Drei-Personenhaushalt spart knapp über 100 Euro

Derzeit liegt nach Angaben von Verivox der durchschnittliche Strompreis für Haushalte bei 31,38 ct/kWh und damit höher als je zuvor. Die Absenkung der EEG-Umlage von 6,5ct/kWh auf 3,72 Cent kWh würde den aktuellen durchschnittlichen Strompreis um rund elf Prozent senken. Bei einem Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh läge die Entlastung bei rund 132 Euro. "Ohne weitere Senkungen der Steuern, Abgaben und Umlagen erwarten wir keine flächendeckende Entlastung bei den Strompreisen für Haushalte im kommenden Jahr", betonte Storck.

Mit einer möglichen Ampelkoalition aus SDP, FDP und Grünen könnte sich das ändern. "Im Laufe der Legislaturperiode werden wir die Finanzierung der EEG-Umlage über den Strompreis so schnell wie möglich beenden", heißt es in einem gemeinsamen Papier der drei Parteien zu den Ergebnissen ihrer Sondierungen. Noch ist es aber nicht soweit.

Auch Bundeszuschuss lässt Umlage sinken

Bis dahin gilt die jetzt beschlossene Senkung der EEG-Umlage für 2022. Möglich geworden ist sie nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber zum einen durch einen Bundeszuschuss in Höhe von 3,25 Milliarden Euro für das kommende Jahr, der allein durch Erträge aus der CO2-Bepreisung finanziert wird. Ohne diesen Zuschuss läge die EEG-Umlage 2022 bei 4,657 ct/kWh. Darüber hinaus tragen die hohen Börsenstrompreise zur Stabilisierung der EEG-Umlage bei. Denn steigende Vermarktungserlöse an der Börse verringern den Förderbedarf, sodass das EEG-Konto Ende September 2021 einen Kontostand von 4,547 Milliarden Euro verzeichnete.