EDV-gestützte Meisterprüfung

EDV-gestützte Meisterprüfung

Die Handwerkskamemr Kassel ist neben der Kammer Freiburg die einzige Kammer, die bereits EDV-gestützte Meisterprüfungen durchführt. Uwe Sachelli erläutert den Ablauf.

Teil I Fachpraktische Prüfung (Bsp. Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk): Es beginnt mit einer dreitägigen Projektprüfung mit einer Branchensoftware und Kalkulationssoftware auf der Hardware der Prüflinge. Lediglich DIN-A3-Drucker werden von der Kammer gestellt. Die Prüflinge entwerfen, konstruieren und zeichnen ein Projekt (etwa Kindergarten oder Physiotherapeutische-Praxis) an drei aufeinander folgenden Tagen mit allen Versorgungsleitungen und Abnahmegeräten mit Hilfe der EDV. Die Aufgabenstellung wird vom Meisterprüfungsausschuss (MPA) auf einen USB-Stick ausgegeben, auf den die komplette Arbeit gespeichert wird. Andere Speichermedien sind nicht zulässig. Um Täuschung vorzubeugen wird die Prüfungsaufsicht so geführt, dass die Prüfer sich im Rücken der Prüflinge befinden. So können die Monitore jederzeit gut eingesehen werden. Es werden Stichproben gemacht, in denen die Prüflinge aufgefordert werden, die zuletzt gespeicherten Daten aufzurufen und somit auch den Speicherort ersichtlich zu machen. Die USB-Anschlüsse werden fortlaufend kontrolliert. Die PCs verweilen über den Zeitraum der Prüfungsdauer im Prüfungsraum. Für die Prüfung wird ein neues Schloss in die Tür eingebaut, so dass lediglich der Vorsitzende und der Hausmeisters einen freien Zutritt haben können. Die Verwendung der eigenen Hardware hat für die Prüflinge den Vorteil, dass sie einen Rechner verwenden, der in der Handhabung auf die eigenen Bedürfnisse eingestellt ist. Für den MPA hat es den Vorteil, dass bei Absturz eines Rechners der Prüfling die Verantwortung zu tragen hat.