Die deutsche Mineralölindustrie stoppt vorläufig die Einführung des neuen Biosprits Super E10. "Die Kundenakzeptanz ist nicht da", sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, Klaus Picard.
E10 wird gestoppt
Nach Informationen aus der Branche haben 60 bis 70 Prozent der Autofahrer es abgelehnt, die neue Spritsorte zu tanken. Stattdessen sind sie auf das deutlich teurere Super Plus ausgewichen. "Wir setzen alles daran, die Kunden zu informieren", sagte Picard.
Der ADAC hat den Rückzieher begrüßt. "Das Chaos und die Verwirrung der Autofahrer mussten beendet werden", sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Die Situation hätte sich auch in den nächsten Wochen nicht beruhigt. Der Preis für das E5-Superbenzin mit weniger Bioethanol sei schon acht Cent über den Preis von E10 gestiegen. Daher sei die Entscheidung der Mineralölindustrie, E10 erst später und besser vorbereitet einzuführen, der richtige Schritt gewesen, sagte der Sprecher des Autoclubs.
Die Ölindustrie werde die von der Politik vorgeschriebene Bio-Quote in diesem Jahr sowieso nicht mehr erreichen und Strafe zahlen müssen. Für jeden Liter würden zwei Cent fällig.
dapd
