ZDH-Umfrage E-Rechnung im Handwerk: Mehr Aufwand als Entlastung

Eine Umfrage unter knapp 2.000 Handwerksbetrieben zeigt, woran die Einführung der E-Rechnung hakt. ZDH-Generalsekretär Schwannecke fordert von der Politik klare Vorgaben – und warnt vor einer überstürzten Pflicht.

Seit Januar 2025 müssen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können – doch erst gut ein Drittel der Handwerksbetriebe stellt sie auch selbst aus. - © PhotoMet - stock.adobe.com

Handwerksbetriebe stoßen bei der Einführung der E-Rechnung im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen auf große Herausforderungen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. "Statt spürbarer Entlastung erleben viele Handwerksbetriebe aktuell vor allem mehr Aufwand, zusätzliche Kosten und technische Hemmnisse", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke mit Blick auf die Umfrageergebnisse unter knapp 2.000 Handwerksbetrieben. "Die Politik muss ihren Teil der Aufgaben erledigen, damit die Startschwierigkeiten beseitigt werden", fügte er hinzu. Er warnte zudem vor einer zu schnellen Scharfstellung der vollständigen E-Rechnungspflicht.

Gestaffelte Übergangsfristen

Zum Hintergrund: Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland in der Lage sein, strukturierte E-Rechnungen – also nicht nur elektronisch verschickte Rechnungen etwa im PDF-Format – zu empfangen. Die Pflicht zum Versand von E-Rechnungen greift gestaffelt, je nach Unternehmensgröße. Spätestens 2028 müssen alle Rechnungen im geschäftlichen Verkehr elektronisch ausgestellt werden. Für größere Unternehmen – mit einem Vorjahresgesamtumsatz von mehr als 800.000 Euro – soll dies schon ab dem 1. Januar 2027 gelten. Kleinunternehmen sind von der Regelung ausgenommen.

Doppelstrukturen sorgen für Mehraufwand

Wie die Umfrage zeigt, haben die Befragten 2025 durchschnittlich rund 1.200 Eingangsrechnungen erhalten – die Hälfte davon waren E-Rechnungen. Gleichzeitig hat bislang nur gut ein Drittel der Betriebe selbst E-Rechnungen ausgestellt. Viele Betriebe arbeiteten weiter parallel mit elektronischen und klassischen Formaten, teilte der ZDH mit. Neben diesen Doppelstrukturen kommen auf die Betriebe höhere Kosten zu. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, liegen die einmaligen Einführungskosten bei knapp 3.000 Euro, hinzu kommen laufende Kosten.

Technische Hürden erschweren die Arbeit

Die Umfrage zeigt weiter, dass für rund die Hälfte der Betriebe sowohl der Empfang als auch die Weiterverarbeitung von E-Rechnungen aufwendiger sind als bei PDF-Rechnungen. "Gerade kleine und mittlere Betriebe stoßen bei der Umsetzung an ihre Grenzen, und zwar nicht wegen mangelnder Bereitschaft der Betriebe, sondern wegen technischer Hürden, auf die die Betriebe keinen Einfluss haben", betonte Schwannecke. Als Beispiel für solche technischen Hürden nannte er etwa "nicht validierbare Eingangsrechnungen" oder Probleme beim Auslesen der Rechnungsangaben.

Allgemeingültiges staatliches Validierungstool gefordert

Seine Forderungen an die Politik sind klar: "Ohne einheitliche Vorgaben für die Nutzung der E-Rechnungsfelder, ein allgemeingültiges staatliches Validierungstool und gezielte Unterstützung wird die E-Rechnung ihr eigentliches Potenzial – nämlich effizientere und automatisierte Prozesse – kurzfristig nicht entfalten können." Jetzt komme es darauf an, die Bedingungen nachzuschärfen und die Betriebe besser zu begleiten. 

ZDH: Vollständige E-Rechnungspflicht nicht überstürzen

Zudem forderte Schwannecke die Politik auf, die bisherigen Umsetzungsfristen in den Blick zu nehmen. "Eine überstürzte Scharfstellung der vollständigen E-Rechnungspflicht, für die nach EU-Vorgaben noch Zeit bis 2030 bleibt, ist die schlechteste aller Lösungen, weil auch die technischen Vorgaben der EU noch gar nicht vollständig vorliegen." Denkbar wäre etwa eine Verschiebung der Ausstellungspflicht für E-Rechnungen für alle Unternehmen auf den 1. Januar 2028, heißt es beim ZDH. Hinzu kommt, dass der Umfrage zufolge knapp die Hälfte der Betriebe, die bisher keine E-Rechnung ausstellen, die Einführung erst für das zweite Halbjahr 2027 plant.