Zweiter Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität E-Handwerke sorgen für Alltagstauglichkeit

Öffentliche Ladestationen für Elektroautos werden nur dann akzeptiert werden, wenn sie einfach zu bedienen sind und störungsfrei laufen. Die Ladeeinrichtungen müssen praxistauglich und sicher sein. Dieses Anliegen hat der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke, in die Gremienarbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität eingebracht.

E-Handwerke sorgen für Alltagstauglichkeit

In dem Bericht, den Bundeskanzlerin Angela Merkel am heutigen Montag erhält, steht, dass die beteiligten Experten es derzeit nicht für notwendig halten, einen zusätzlichen Ausbildungsberuf speziell für die Tätigkeitsgebiete, die sich aus der Elektromobilität ergeben, ins Leben zu rufen. Vielmehr sollen die Zusatzqualifikationen zunächst über Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen vermittelt werden. Bei einer Bildungskonferenz Ende Juni soll ein Fahrplan für die Qualifizierung erstellt werden.

"Es hat sich gezeigt, dass die E-Handwerke bei der Planung einer funktionierenden Infrastruktur der E-Mobilität einen wichtigen Beitrag leisten. Die Betriebe haben als Dienstleister die Perspektive der Anwender und steuern wichtige Impulse aus der Alltagspraxis bei“, so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. Der vorgelegte Bericht ist absichtlich nicht als Abschlussbericht betitelt, denn entgegen der ursprünglichen Planung ist vorgesehen, die erfolgreiche Arbeit der Nationalen Plattform Elektromobilität weiterzuführen.

ZVEH gibt wichtige Impulse für Sicherheit und Qualifizierung

Seit Einberufung der NPE durch die Bundesregierung im Mai 2011, arbeiteten sieben Arbeitsgruppen intensiv an einem Ausbauszenario für Elektromobilität. Der ZVEH ist in den Arbeitsgruppen „Ladeinfrastruktur und Netzintegration“ sowie "Ausbildung und Qualifizierung“ direkt vertreten.

Auf beiden Gebieten konnten aus der Sicht der E-Handwerke wichtige Anstöße gegeben werden. So macht der zweite Bericht deutlich, dass es bei der Ladeinfrastruktur nicht nur auf den Aufbau an sich ankommt. Mit den Ladestationen für Elektroautos wird erstmals ein durch Laien bedienbares technisches Gerät mit hohen Spannungen und Strömen in der Öffentlichkeit aufgestellt werden, das starker Beanspruchung durch häufigen Gebrauch, Witterung oder auch Vandalismus ausgesetzt ist. Diese elektrischen Betriebsmittel erfordern deshalb absolut sicheren Aufbau, regelmäßige Wartung und schnelle Störungsbeseitigung. Der Kunde hat einen Anspruch auf Sicherheit und ist in puncto Mobilität an absolute Verfügbarkeit gewöhnt. Die NPE hat dies als Herausforderung für die Elektromobilität erkannt.

Um dafür auch die Aus-, Fort- und Weiterbildung voranzubringen, unterstützt der ZVEH die aus der NPE hervorgegangene "Nationale Bildungskonferenz Elektromobilität“ am 28. und 29. Juni in Ulm. Ziel der Bildungskonferenz ist es, Herausforderungen, Qualifikationsbedarf und "best practices“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektromobilität transparent zu machen. Unternehmen, überbetriebliche Bildungseinrichtungen, Hochschulen und Verbände sollen vernetzt und neue Projekte initiiert werden.

Weitere Informationen unter: npe-bildungskonferenz.de

Elektromobilität wird kommen

Die NPE hat in ihrem zweiten Bericht erstmals einzelne Zahlen zum Markthochlauf für Elektromobilität vorgelegt. Daran orientiert sich der Bedarf an Ladeinfrastruktur. Bis zum Jahr 2014 sollen danach etwa 118.000, bis 2017 ca. 500.000 und bis 2020 etwa 900.000 Ladepunkte entstehen. Diese Prognosen werden nach verschiedenen Kriterien differenziert: nach der Umgebung des Aufstellungsorts wie Stadt, Stadtrand und Umland, nach der jeweils benötigten Ladetechnologie (z. B. einfache Steckdose, Wallboxen/Ladesäulen, Schnellladung etc.) und dem Aufstellungsort des Ladepunktes (z. B. Heimladung, Firmengelände, private und öffentliche Parkplätze, etc.). Der Bericht gibt damit erste Hinweise, wo Wertschöpfungspotenzial für das E-Handwerk liegen könnte. Dabei bestätigt sich die Annahme des ZVEH, dass bis 2020 der größte Bedarf an Ladeinfrastruktur im privaten Bereich zu Hause oder auf Firmengeländen entstehen wird.

dhz