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Synthetische Kraftstoffe E-Fuels: Vor- und Nachteile einer Zukunftstechnologie

Sollen Diesel- und Benzinmotoren eine langfristige Perspektive haben, braucht es eine Alternative für die fossilen Kraftstoffe.

Gibt es eine Überlebenschance für Verbrennungsmotoren? Diesel und Benziner gelten wegen ihrer Abgase als Klimakiller. Die Monumente deutscher Ingenieurskunst – ein Auslaufmodell? Große Hoffnungen setzt die Industrie auf synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels.

Hergestellt werden die E-Fuels, in­­dem Wasser per Elektrolyse mit regenerativem Strom in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) aufgespalten wird. Der Wasserstoff wird mit Kohlendioxid (CO2) zu E-Fuels verflüssigt, die wie fossile Kraftstoffe in konventionellen Diesel- oder Ottomotoren verbrannt und über das bestehende Tankstellennetz vertrieben werden können. Im Abgas befindet sich die gleiche Menge des klimaschädlichen CO2, die zuvor der Um­­welt entzogen wurde. Der Kreislauf verläuft also CO2-neutral.

Geringer Wirkungsgrad, hohe Kosten

Der Haken: E-Fuels sind teuer, bei bescheidenem Wirkungsgrad. Die Kosten liegen laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur noch bei 4,5 Euro pro Liter, könnten aber durch Importe aus wind- und sonnenreichen Regionen bis auf einen Euro gesenkt werden. Zudem kommen bei E-Fuels nur 15 Prozent der aufgewendeten Energie beim Antrieb des Fahrzeugs an, bei E-Autos sind es 80 Prozent.

Experten halten E-Fuels daher eher dort für sinnvoll, wo der Elektroantrieb an seine Grenzen stößt, etwa im Schiffs-, Flug- und Schwerlastverkehr. Aber die Forschung steht noch am Anfang. Mit einem Kompetenzzentrum für strombasierte Kraftstoffe, das in der Lausitz entsteht und aus dem Fonds für Sonderprojekte zum Strukturwandel finanziert wird, möchte die Bundesregierung die Sache beschleunigen. ste

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