Für die neue E-Auto-Prämie braucht der Käufer nicht zwingend eine eigene Bund-ID. Autohäuser können den Förderantrag per Vollmacht digital für ihre Kunden stellen – über Elster-Zertifikat oder die Bund-ID eines Verkaufsberaters. Welche Unterlagen Kunden trotzdem mitbringen müssen.

Wer sich ein neues Elektrofahrzeug oder einen Plug-in-Hybriden zulegt, muss für den staatlichen Zuschuss nicht zwingend die bürokratische Hürde einer eigenen Bund-ID nehmen. Wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) offiziell bestätigt hat, können Automobilhändler den kompletten digitalen Prozess der Antragstellung stellvertretend abwickeln. Eine einfache Vollmacht genügt, um die behördlichen Anforderungen direkt im Autohaus zu erledigen.
Elster-Zertifikat und Berater-ID weisen den Weg
Die weitreichende Erleichterung geht auf eine Initiative des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) zurück. In einem eigens anberaumten Webinar ging das BAFA der zentralen Frage nach, wie Kfz-Betriebe den Autokäufern beim Einreichen der Dokumente unter die Arme greifen können. Das Problem lag auf der Hand: Das staatliche Nutzerkonto "Bund-ID" ist als zentraler digitaler Zugangsweg für Behördenkontakte bei vielen Bürgern schlichtweg noch nicht eingerichtet.
Hier greift nun die neue, unkomplizierte Regelung der Behörde: Händler können sich wahlweise über das Elster-Zertifikat des Betriebs oder über die persönliche Bund-ID eines Verkaufsberaters im BAFA-Portal einloggen. Sobald dieser Schritt erfolgt ist, lassen sich die individuellen Kundendaten zügig erfassen. Einzige formale Bedingung für das Verfahren ist eine Vollmacht, die der Autokäufer dem Betrieb ausstellt. Um diesen Service zu erleichtern, stellt das BAFA die entsprechenden Dokumentenvorlagen sowie flankierende Informationen direkt auf seiner Internetseite bereit.
Der Kriterien-Check: Welche Dokumente für den Zuschuss bereitliegen müssen
Obwohl die technische Anmeldung an den Handel delegiert werden kann, bleibt die lückenlose Erbringung der Nachweise elementar. Die staatliche Förderung ist für reine Batterieelektrofahrzeuge sowie für Plug-in-Hybride vorgesehen. Um die Erfassung im Portal abzuschließen, werden auf Kundenseite konkret folgende Unterlagen benötigt:
- Zwei Einkommensteuerbescheide (das Ausstellungsdatum darf maximal drei Jahre zurückliegen)
- Die individuelle Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN) des Modells
- Die offizielle Zulassungsbescheinigung des angeschafften Fahrzeugs
Sonderfall: Nachweispflicht für Rentner und einkommensschwache Haushalte Da der Einkommensteuerbescheid ein unverzichtbares Dokument für die Bewilligung darstellt, müssen bestimmte Verbrauchergruppen vorausschauend agieren. Wer beispielsweise als Rentner oder Geringverdiener keine steuerpflichtigen Einkünfte erzielt und folglich über keinen Bescheid verfügt, muss diesen vorab explizit beim zuständigen Finanzamt beantragen. Liegen dem Portal schlussendlich alle Dokumente vor, dauert die Online-Übermittlung laut BAFA nur etwa fünf Minuten.
Branchen-Echo: Klare Perspektiven für den Fahrzeugmarkt
Die Neuregelung stößt in der Praxis auf breite Zustimmung. Burkhard Weller, Präsident des VAD, betont die Tragweite dieser Entscheidung: "Die Klarstellung des BAFA schafft wichtige Planungssicherheit für den Automobilhandel und seine Kunden. Viele Verbraucher hätten ohne eigene Bund-ID möglicherweise Schwierigkeiten bei der Antragstellung befürchtet. Nun ist klar: Der Handel kann hier aktiv unterstützen und den Prozess deutlich erleichtern."
Branchen-Kontext: Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD)
Der VAD wurde im Jahr 2025 ins Leben gerufen und vertritt heute die Interessen von rund 6.000 Automobilhändlern bundesweit. Die Branche bildet ein wichtiges Fundament der deutschen Wirtschaft: Sie sichert über 300.000 Arbeitsplätze und generiert ein jährliches Umsatzvolumen von rund 128 Milliarden Euro. Neben dem Vertrieb von fast drei Millionen Neuwagen und circa 6,5 Millionen Gebrauchtfahrzeugen pro Jahr fungieren die Autohäuser und Werkstätten als tragender Ausbildungssektor. Aktuell erlernen dort mehr als 60.000 junge Menschen ihren Beruf – ein erheblicher Teil von ihnen besitzt einen Migrationshintergrund. avs