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Ford Transit Custom PHEV Ford Transit: Plug-in-Hybrid mit 500 Kilometer Reichweite

Ford stellt mit dem Transit Custom PHEV den ersten Transporter mit einer Tonne Nutzlast als Plug-in-Hybrid vor. Damit rollt er 500 Kilometer, ohne zu laden.

Mit dem Elektroantrieb für Nutzfahrzeuge tun sich die Hersteller schwer, weil hier ganz andere Lasten zu bewegen sind als mit dem Pkw. Ford verfolgt daher einen anderen Ansatz als die Mitbewerber. In den elektrisch angetriebenen Transit Custom baut Ford einen kleinen Verbrennungsmotor ein, der über einen Generator Benzin in Strom für die Batterie umwandelt, was die Reichweite verlängert. Ende des Jahres soll der Ford Transit Custom als erster Transporter der Bulli-Klasse als Plug-in-Hybrid an den Start gehen.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Der 1,0 l Eco-Boost Turbobenziner steigert als Range Extender die Reichweite des Transit Custom PHEV (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle) auf rund 500 km. Damit wird ein entscheidender Nachteil des Elektroantriebs ausgeglichen. Den Kraftstoffverbrauch gibt Ford mit 2,7 l/100 km an. Nur mit dem E-Motor schafft der Transporter rund 56 km.

Geofencing ab nächstem Jahr

Ford Transit Custom PHEV

Für nächstes Jahr hat Ford noch ein Geofencing-Modul angekündigt, das den Kleinlaster in Umweltzonen oder individuell definierbaren Bereichen automatisch auf reinen Elektroantrieb umschaltet. Eine App zeichnet die Daten auf und soll bei Kontrollen den Nachweis liefern, dass der Range Extender deaktiviert war. Derzeit wird diese Technologie bei einem Pilotprojekt in Köln erprobt. Dafür hat Ford neun Lieferwagen des Typs Transit Custom PHEV an fünf kommunale Flotten ausgeliefert, wo sie ein Jahr lang in unterschiedlichen realen Alltagsszenarien zum Einsatz kommen.

Insgesamt stehen dem Fahrer im Transit Custom PHEV vier Fahrmodi zur Verfügung:

  • "EV auto" (Standard) wechselt je nach Fahrsituation automatisch zwischen rein elektrischem Modus und der Nutzung des Range Extenders. So soll stets die optimale Leistungsausbeute erzielt werden.
  • "EV jetzt" deaktiviert den Range Extender, bis der Akku-Ladezustand nicht mehr ausreicht.
  • "EV später" priorisiert das Fahren mit aktiviertem Range Extender, um den Ladezustand des Akkus möglichst aufrechtzuhalten.
  • "EV aufladen" nutzt den Range Extender, um das Fahrzeug anzutreiben und den Akku bis zu rund 75 Prozent aufzuladen, damit weitere Fahrten im rein elektrischen "EV Jetzt"-Modus möglich sind.
Ford Transit Custom PHEV

Der Elektromotor bringt eine Leistung von 126 PS auf die Vorderräder. Gespeist wird er aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit einem Energiegehalt von 13,6 kWh. Sie kann über einen Anschluss im vorderen Stoßfänger an einer Haushaltssteckdose laut Ford in 4,3 Stunden komplett auf­geladen werden. Mit einem handels­üblichen Typ-2-Stecker reduziert sich die Ladezeit auf 2,7 Stunden.

Außerdem gewinnt der Transit Custom PHEV wie alle E-Autos beim Bremsen Energie zurück. Die Stärke der Rekuperation kann der Fahrer selbst bestimmen, indem er zwischen dem Drive- und Low-Modus wechselt. Im Letzteren bremst das Fahrzeug deutlich stärker, sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wird.

Testfahrten in London, Köln und Valencia

Den Transit Custom PHEV bietet Ford als Kastenwagen oder Kombi mit kurzem Radstand und flachem Dach. Die Batterie ist unter dem Boden verbaut, so dass kein Laderaum verloren geht. Die Nutzlast liegt bei 1.100 kg. Zur Serienausstattung gehört unter anderem das Ford-PassConnect-Modem, das Firmenkunden Zugang zu zwei neuen Fuhrparkmanagementsystemen gewährt, die Ford ebenfalls noch dieses Jahr auf den Markt bringen will.

Vor dem Start der Serienproduktion hat Ford seinen Plug-in-Hybrid in London getestet. Dort haben 20 Prototypen unter Alltagsbedingungen rund 250.000 km zurückgelegt. Dabei habe sich gezeigt, dass die Transporter in der Stadt rund 75 Prozent der Strecke rein elektrisch zurücklegten, im Umland waren es 49 Prozent. Ende des Jahres kommt der Transit Custom PHEV zum Netto-Preis von knapp 48.000 Euro in den Handel.

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