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Arbeitssicherheit Wie Sie im Notfall Ihre Augen schützen

Schweißen, Zuschneiden, Sägen, Flexen, Chemikalien: Handwerker arbeiten oft mit Techniken oder Stoffen, die ihre Augen gefährden. Zwar ist der Prozentsatz der Arbeitsunfälle, bei denen Augen verletzt werden, relativ gering. Doch die Folgen für die Betroffenen sind gravierend. So reagieren Sie im Notfall.

Hände und Füße sind bei Arbeitsunfällen am häufigsten betroffen. Doch kein Körperteil reagiert empfindlicher als das Auge auf äußere Einwirkungen. Folgende Gefahren drohen dem Sehorgan am Arbeitsplatz:

  • Mechanische Gefährdungen (z. B. Staub oder Splitter)
  • optische Gefährdungen (z. B. UV- oder Laserstrahlung)
  • chemische Gefährdungen (z. B. Säuren oder Lösungen)
  • thermische Gefährdungen (z. B. starke Hitze- oder Kälteeinwirkung)
  • biologische Gefährdungen (z. B. durch infiziertes Blut)
  • elektrische Gefährdung (z. B. durch Lichtbögen bei Kurzschluss)

Wie Unternehmer Gefährdungen von vornherein ausschließen oder zumindest reduzieren können, zeigt diese kostenlose Broschüre.

Erste Hilfe, wenn das Auge verletzt ist

Verunglückt dennoch ein Mitarbeiter oder der Chef selbst, rät das Universitätsklinikum Leipzig zu folgenden Erste-Hilfe-Maßnahmen:

1. Bei "harmlosen“ Fremdkörpern im Unterlid:

Unterlid nach unten ziehen und Fremdkörper mit einem feuchten Wattestäbchen oder dem Zipfel eines sauberen Taschentuches heraustupfen.

Unter dem Oberlid:

  • den Betreffenden nach unten blicken lassen
  • das Oberlid an den Wimpern über das Unterlid herunter ziehen
  • beim Zurückgleiten des Oberlids bleibt der Fremdkörper zumeist am Unterlid hängen
  • gelingt dies nicht, Augenarzt oder Krankenhaus aufsuchen, gegebenenfalls Notruf 112 alarmieren

2. Bei gefährlichen Fremdkörpern

  • Fremdkörper im Augapfel keineswegs selbst entfernen
  • Auge, sofern es möglich ist, mit einem (keimfreien) Tuch oder mit feuchter Watte vorsichtig abdecken, aber niemals Druck aufs Auge ausüben
  • sofort zum Augenarzt oder zur Klinik beziehungsweise Notruf 112 anrufen

Das dürfen Sie auf keinen Fall

  • mit einem Wattestäbchen oder Tuch im Auge reiben
  • trockene Wattestäbchen oder Wattebausche nehmen, da diese Fusseln und andere Rückstände ins Auge transportieren können
  • Fremdkörper aus dem Augapfel entfernen
  • mit Geräten oder Hilfswerkzeugen versuchen, den Fremdkörper zu entfernen

Verätzungen der Augen

Bei Verätzungen der Augen mit Chemikalien oder Laugen gelten die unten genannten Regeln – mit einer wichtigen Ausnahme: Bei Verätzungen durch Branntkalk oder Zement darf kein Wasser ans Auge! Sonst gilt immer:

  • Betroffenes Auge lange und mit viel Wasser spülen, dazu
  • Betroffenen auf Boden legen,
  • Kopf zur Seite des verätzten Auges wenden
  • Wasser aus etwa 10 Zentimeter Höhe in den inneren Augenwinkel gießen (Wasser soll über den Augapfel und äußeren Augenwinkel nach außen fließen)
  • Gesundes Auge schützen

Ungelöschter Kalk (Zement) kann nur vom Augenarzt mechanisch entfernt werden. Geben Sie in diesem Fall niemals Wasser ins Auge, da dies die Verätzung befördert. Suchen Sie stattdessen sofort den Augenarzt auf, da Branntkalk in kürzester Zeit zur Trübung der Hornhaut und zur Erblindung führen kann. bst

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