ZDH-Finanzierungskonferenz mit Metall-Forderungen Düstere Zukunft fordert völliges Umdenken

Der Bundesverband Metall will Politik und Banken für die Probleme der Branche sebsibilisieren und appelliert, die Konsequenzen einer drohenden „De-Industrialisierung“ zu erkennen und das Handeln neu ausrichten.

Düstere Zukunft fordert völliges Umdenken

Ihre Forderung: Die Bundesregierung muss die Konsequenzen einer drohenden „De-
Industrialisierung“ erkennen und ihr zukünftiges Handeln danach neu ausrichten. Im Dezember 2009 waren in Berlin auf Initiative des BVM Vertreter der Spitzenverbände der Kreditwirtschaft und Unternehmer des Metallhandwerks erstmals zusammengekommen. BVMPräsident Peter Mader und BVM-Vizepräsident Christian Metges forderten von den Banken, insbesondere den Sparkassen und Volksbanken, ihrer Verantwortung für die aktuellen Bedürfnisse der Unternehmen des Metallhandwerks gerecht zu werden.

Sie machten den überdurchschnittlich hohen Investitionsbedarf der Metallbaubetriebe, aber vor allem den der größeren feinwerktechnischen Betriebe des Maschinen- und Werkzeugbaus und der vielen metallhandwerklichen Zulieferer deutlich. Ohne Betriebsmittelkredite gehe in Zukunft gar nichts mehr, Neugründungen und Innovationsförderungen seien zurzeit absolut kein Thema. Statt negative Brancheneinschätzungen abzugeben, müssten die Banken die Betriebe individuell und losgelöst von Branchenspiegeln beurteilen. Die Feinwerktechnik, der Deutschland maßgeblich seine wirtschaftliche Spitzenstellung verdanke, drohe nicht nur Schaden zu nehmen.

Vielmehr könnten die überzogenen Anforderungen der Banken und Kreditinstitute nach häufig doppelten Sicherheiten bei den Betrieben zu einem brutalen Kahlschlag führen, der nicht mehr reparabel sei. Peter Mader: „Sind feinwerktechnische Kapazitäten unserer Handwerksbetriebe erst einmal vernichtet, werden diese und die damit verbundenen Arbeitsplätze auf Dauer verloren bleiben!“Das müssten Politik sowie Bürgschafts- und Finanzierungsinstitute endlich begreifen und ihr Handeln danach ausrichten.

BVM-Präsident Peter Mader forderte sogleich eine Fortsetzung dieser ersten Verhandlungen, bei denen die Vertreter der Banken und Sparkassen, aber auch der KfW schon einiges Verständnis für die Forderungen der Metallhandwerker gezeigt hatten. Mit Erfolg: Die so initiierte Finanzierungskonferenz des ZDH brachte weitere Einsichten und erste Maßnahmen der Bundesregierung. BVM-Präsident Peter Mader erläuterte ein weiteres Mal, wie im Zuge der Wirtschaftskrise bei Metallhandwerksbetrieben die Aufträge wegbrechen, (Waren-)Kreditversicherer den Metallbetrieben die Kreditlinien kürzen und Betriebe, die eindrucksvoll in die Zukunft investiert hatten, vom Markt zu verschwinden drohen, womit Technologieführerschaft unwiederbringlich verloren gehe.

Vor den Vertretern von Politik, Sparkassen, KfW, Banken und Wirtschaft unterstrich Peter Mader, dass handwerkliche Metallbetriebe nicht die Möglichkeit hätten, sich an den Finanzmärkten über Anleihen zu refinanzieren und oft auch zu klein seien für KfW-Programme. Es sei äußerst bedenklich, wenn die Konditionen der Hausbank letztlich besser seien als die KfW-Programme einschließlich des neuen Sonderprogramms. Die Vergabe für Betriebsmittelkredite erfolge unverändert nach den gleichen Kriterien und pauschalen Negativbeurteilungen wie vor der Krise, allerdings oft mit exorbitanten Zinsaufschlägen.

Die Forderung des BVM-Präsidenten lautete: Die Basel-IIKriterien müssen zwei Jahre ausgesetzt oder abgeschwächt werden. Familiengeführte Unternehmen mit Tradition über mehrere Generationen, die ständig angemessen wuchsen, dürften heute von den Banken und Kreditinstituten nicht wie Hasardeure beurteilt werden. „Wer hier Kreditlinien zurückfährt, statt für die dringend benötigte Liquidität zu sorgen, schädigt unsere Gesellschaft und unseren Staat.“

Als durchaus konstruktiven Ansatz betrachtet das Metallhandwerk eine neue Aktivität der Bundesregierung, die ab Ende März wirksam werden soll. Ein nach französischem Beispiel eingesetzter Mediator greift negativ beschiedene Kreditanträge der vergangenen drei Monate auf, mit dem Ziel, diese zu 50% einem positiven Bescheid zuzuführen. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, die Kreditklemme zu lösen.

Mader weiter: „Sorge mache uns, dass gerade die Unternehmen, die für sich eine erheblich verbesserte Geschäftslage und insbesondere steigende Exporte erwarten, gleichzeitig überdurchschnittlich verschlechterte Kreditbedingungen beklagen.“ Es sei deshalb von zentraler Bedeutung, dass die Kreditinstitute in der Lage sind, bei anziehender Konjunktur – aber auch schon heute – die Unternehmen ausreichend mit Krediten versorgen zu können.

Von dem von der Bundesregierung eingesetzten Kreditmediator erwarte gerade das Metallhandwerk ein unbürokratisches Verfahren, in dem geprüft wird, welche zusätzlichen Kreditoptionen sich im Einzelfall unter Einbeziehung von Förderprogrammen und Bürgschaften eröffnen. Auf diese Weise sei es dann vielleicht möglich, zugleich die Transparenz der Finanzkommunikation zwischen Kredit suchenden Unternehmen und Kreditinstituten zu erhöhen und so die Basis für neues Vertrauen zu legen.

Der BVM-Präsident schloss: „Wir haben die Initiative bei diesem Thema ergriffen und bleiben dran – für unsere Betriebe im Metallhandwerk!“

dhz