TV-Duell "Duell" eines alten Ehepaars

Gut, dass sich das Ende des Bundestagswahl-"Kampfs“ rapide nähert. Dann dürfen die Kanzlerin und ihre CDU sowie der SPD-Kandidat und seine Genossen endlich wieder aus der Situation der galoppierenden Schizophrenie heraus. Kommentar von Roman Leuthner

Wenig disktutierten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Heruasforderer Frank-Walter Steinmeier miteinander. Foto: ddp

"Duell" eines alten Ehepaars

Im Ernst: Nichts ist gegen einen gepflegten und höflichen Umgang miteinander zu sagen. Im Gegenteil, der Respekt vor dem politischen Gegner gehört zur Demokratie und ist nicht nur menschlich angenehm, sondern auch intelligent und langfristig erfolgreicher.

Was die Kanzlerin und ihr Herausforderer gestern bei ihrem so genannten "Duell" in den vier großen Fernsehsendern geboten haben, reicht aber weit darüber hinaus. Abgesehen davon, dass keine der handelnden Personen grundsätzlich dazu neigt, drohend mit dem Schwert zu fuchteln oder gar damit loszuschlagen, wenn es auch kleine Pikser mit der Stricknadel tun, sorgten sie für Anschauungsunterricht, wie nachhaltig eine Legislatur in der Großen Koalition das jeweils eigene Profil verschleißt.

Es ist schon so: Bis auf herzlich wenige unterschiedliche Positionen, zum Beispiel beim Atomausstieg und dem Mindestlohn, gibt es weit mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Und darüber hinaus verstehen sich die beiden "Kontrahenten" auch menschlich. Kein Wunder also, dass der mit Hochspannung erwartete Schlagabtausch zwischen der Kanzlerin und ihrem Außenminister an den Auftritt eines alten Ehepaars vor dem Eheberater erinnerte. Beide wollen keinesfalls einen Rosenkrieg und achten einander.

Gleichwohl spechtet Sie auf einen anderen, so unter der Hand gibt sie ihrem "Alten" allerdings auch noch eine Chance. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als mit der Situation zurechtzukommen, die Selbstachtung aber diktiert, dass auch er jetzt anderen Frauenzimmern hinterherschaut. Dabei scheut er sich aber davor, zu bekennen, dass ihm eine Junge mit leuchtend roten Haaren schon ganz gut gefallen könnte. Nur einen Haken hat die Sache: Die Junge ist schrecklich radikal …