Muss das sein? Den Dübel mit einer Zange aus der Wand rupfen, Stück für Stück, bis das Bohrloch ein zerfranster Krater ist? Nein, dachten sich zwei Erfinder-Freunde und erfanden den Dübelix. Bei der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" wollen sie einen Investor finden und ihr Produkt pushen. Wie aus einem kleinen Unfall der große Wunsch gewachsen ist, einer ganzen Branche das Leben bzw. Arbeiten leichter zu machen.

Rückblende: Eines schönen Nachmittags steht der Umbau des Kellers an. Robert Sobolewski will was Altes weg bauen und was Neues hinbauen. Hierbei entdeckt er einen Haufen Dübel in der Wand. Sie müssen aus der Wand raus. Erst dann kann weitergeschraubt werden. Also nimmt Sobolewski eine lose Schraube, fummelt im versenkten Dübel herum, sucht Halt und zieht mit aller Kraft an der Plastikhülse. Nichts tut sich, er wiederholt den Vorgang, dieses Mal mit etwas mehr Schwung. Unglücklicherweise rutscht er ab, stürzt nach hinten und knallt in ein massives Sportgerät. Bluttropfen besiegeln den gescheiterten Kampf gegen den alten Dübel in der Wand. Frust macht sich breit. Das kann doch so nicht richtig sein!
Gibt's denn da keine schlaue Lösung?
Sobolewski erzählt seinem langjährigen Freund Markus Beck von dem Vorfall und von der Frage, warum es hierzu keinerlei Abhilfen im Internet zu finden gibt. Beide sind leidenschaftliche Tüftler. Beck ist Schlossermeister aus Rain am Lech, Sobolewski Lagerlogistiker aus Biberbach, beide begeisterte Do-It-Yourself-Bastler.
"Der Knackpunkt ist der Winkel. Schnell hast du ein riesiges Loch in die Wand gerissen, weil du mit sinnloser Gewalt an dem Dübel ziehst, nicht senkrecht von der Wand weg, sondern nach unten. Dübel von Gardinenstangen zum Beispiel hängen oben. Willst du da den Dübel herauszerren, haut es dich vom Stuhl und schon liegst du wieder da – mit Betonkrümeln im Auge", fasst Sobolewski zusammen.
Die Geburtsstunde des Dübelix
Die besondere Dynamik von Beck und Sobolewski macht es aus, dass der eine dem anderen immer zuarbeitet. Selbst wenn es um Unkonkretes wie eine simple Idee zum Dübelentfernen ist. Nach kurzer Zeit hatte Beck eine Zeichnung, die Produktion konnte starten. Der Dübelix war geboren und sollte es noch weit bringen. Nächster Schritt: Ein Auftritt bei "Die Höhle der Löwen".
Viele Jahre investierten die beiden in die Optimierung des Prototyps. Jahre, in denen sie sich auch der Kritik der Nutzer stellen mussten. "Zugegeben war es schon unangenehm, sich nicht nur das Lob anzuhören, sondern vor allem mit den schlechten Stimmen umzugehen", erzählt Schlossermeister Beck. Viele würden an der Handhabung scheitern, weil sie sich die Anleitung auf der Rückseite nicht anschauen. "Wenn es dann nicht aufs erste Mal klappt mit dem Dübelix, kommt gleich eine schlechte Bewertung. Das zieht schon runter", so Beck. Umso mehr hatten die beiden dadurch die Möglichkeit, den Dübelix bis zur finalen Version zu verbessern. An der grundsätzlichen Funktionsweise hat sich dabei nie etwas geändert.
Wie der Dübelix funktioniert
Der Dübelix lässt sich auf jeden beliebigen Akkuschrauber anbringen. Über eine Mutter wird die korrekte Tiefe des zu entfernenden Dübels eingestellt. Je nach Größe (6/8/10) versenkt sich der Dübelix, halb versteckt unter einem zylindrischen Abstandhalter dann im Rechtsdreh im Dübel und zieht ihn damit gleichzeitig heraus. Ohne bröselige Wand, ohne Blut.
"Der Dübelix entfernt den Dübel fix, wie konnten wir nicht auf diesen Namen kommen", lachen beide Erfinder erheitert über den Produktnamen. Der Aufsatz wird im Ausland produziert, in der heimischen Garage fertig verpackt eingelagert und von dort aus verschickt.
Aus der Garage auf die große Bühne
Mit ihrer Erfindung ein größeres Publikum erreichen – das ist natürlich zwingend der nächste logische Schritt. Eine eigene Homepage plus Produktvideos und die zusätzliche Platzierung auf Amazon sollen den Verkauf ankurbeln. Aber einmal damit auf die ganz große Bühne – davon träumen Beck und Sobolewski schon lange. Was würde Ralf Dümmel, der Höhle-der-Löwen-Investor zu ihrer Erfindung sagen? Könnte er ihnen mit seinem Know-how aus der Heimwerkerszene ein zuverlässiger Geldgeber und starker Vertriebspartner sein?
"Wir lassen uns überraschen. Aber auch wenn es nichts wird, steigert sicherlich alleine der Auftritt im Fernsehen unsere Chancen, das nächste Ziel zu erreichen", sind sich beide Erfinder einig.

Den Dübelix im Heimwerkermarkt hängen zu sehen, wäre ein solches nächstes Ziel. Oder, dass Handwerksfirmen den Dübelix in ihrem Standard-Werkzeugkasten dabeihaben. Wenn man die beiden Bastler fragt, ob sie noch andere Ideen für Erfindungen haben, kommt diese kleine Anekdote: "Letzten waren wir auf einer langen Autofahrt. Ich habe Markus von einem neuen Einfall erzählt. Er war schon ganz genervt. Nicht schon wieder eine neue Idee", erzählt Sobolewski. Am nächsten Tag habe Beck ihm aber dann eine Zeichnung zu eben dieser Idee geschickt. "Scheinbar hatte es also auch ihn gecatcht. Ich denke, das macht uns aus: Wir treiben uns gegenseitig an. Deswegen konnten wir auch so viele Jahre am Dübelix arbeiten. Zusammen geben wir halt nicht auf. Alleine wäre das vermutlich schon passiert", erzählt Sobolewski zum Schluss.
Wie die Geschichte vom Dübelix und seinen Erfindern weitergeht, kann man sich heute Abend um 20:15 Uhr auf Vox ansehen. Dann läuft die Jubiläumssendung von "Die Höhle der Löwen". Diesmal mit zwei Träumern aus Biberbach und Rain am Lech.